Silvester ist irgendwie ein komisches Fest. Alle machen mit, aber eigentlich hat keiner Lust. Gradezu gewungen fühlt man sich und am Ende ist es dann doch meistens großartig. Die letzten zwei Silvester Abende habe ich glaube ich konsequent verpennt. So wie Obelix als Kind zu viel vom Zaubertrank bekommen hat, so ist das bei mir mit Silvester. Ich meine es muss zu ganz frühen Grundschulzeiten gewesen sein, als wir mit der Klasse mal ein Osterfeuer an der Radrennbahn besucht haben. In meiner Kinder-Erinnerung war war es ein riesiges Feuer an dessen Ende ein Feuerwerk entzündet wurde. Soweit ja nicht weiter schlimm, nur hatte mich die Lehrerin oder Betreuerin dort vergessen (!!!) und so wurden aus den schönen Eindrücken vom Anfang des Feuers plötzlich angsterfüllte. Der Feuerberg wurde zu einem Scheiterhaufen auf dessen Spitze auch noch eine Vogelscheuche verbrannt wurde und das laute Knallen des Feuerwerks gab mir den Rest. Ich fing an zu Weinen bis ein Mann auf mich Aufmerksam wurde, der dann meine Mutter verständigt hat und diese mich dann abgeholt hat. Seit dem stand ich Feuerwerk immer recht skeptisch gegenüber. Irgendwann haber ich dann entschiden das ich mich dem Zwang ja nicht hingeben muss. Dabei habe ich festgestellt, dass ich Silvester ausgeschlafen und am nächsten Morgen viel schöner finde. Die Straßen sind Menschenleer und ruhig. Überall sieht man die Reste von den Schlachten der Nacht, kaputte Flaschen, aufgeplatze Böller, Konfetti und was die Leute halt noch so auf die Straße schmeißen. Der bloße Anblick diser Artefakte lässt keinen Zweifel übrig. Alle die, die gestern dabei waren, werden heute mit einem ordentlichen Kater wach. „Ich nicht!“ – grinst mir mein alter Ego entgegen und freut sich des Lebens 🙂
Wie feiert man nun aber den Neujahrsabend in Thailand auf Koh Kood? Da in der Zwischenzeit seit meiner Ankunft ungefähr die 10fache Menge an Menschen auf der Insel angekommen waren, war ich fest davon überzeugt, dass diese sich alle am Hauptstrand versammeln werden und dort bis in den Sonnenaufgang tanzen werden. Ich weiß gar nicht mehr genau, was Michi und ich vor dem Abend gemacht haben!. Wir waren auf jeden Fall irgenwo Schwimmen und sind auf dem Weg nach Hause am Hauptstrand angehalten um und dort den Sonnenuntergang anzusehen. Dort angekommen herschte wahrnehmbar reges treiben in den angrenzenden Ressorts. Hier und da sah man Aufbauten die einen Vermutungen über das Abendprogramm anstellen ließen und so langsam machte sich in mir Vorfreude und Aufregung breit. Der Sonnenuntergang war wie aus dem Bilderbuch und ich interpretierte das als verheißungsvolles Omen für den Abend.
Nach einer Dusche und ein wenig chic machen, sind wir dann mit einem Roller zurück gefahren. Den Strand entlang flaniered, haben wir die unterschiedlichen Angebote der Ressorts bestaunt. Das High Season hatte einen Tunnel aus Lichterketten gebaut und die auf dem davor gelegenen Platz speisenden Gäste wurden mit einer Fernsehreifen Revue unterhalten. Sehr chic!. Im Peter Pan Ressort war ein Buffet aufgebaut, und ein Service aufgefahren der in ungleichem Verhältnis zu Gästen stand. Zum Essen spielte eine einheimische Rockband in Schuluniformen. Klingt jetzt Komisch, sah aber ziemlich cool aus fand ich. Auch musikalisch gefiel mir das gut. Wir beobachten das Treiben und mir war unbegreiflich wie die Kellner auseinander halten konnten, wer denn nun Gast im Peter Pan ist und wer nicht. Wir haben uns eine nette Ecke gesucht und saßen dann zufällig in der ersten Reihe als eine Feuershow insziniert wurde. Sofort musste ich an meine Freundin Steffi denken, die dieser Künste auch Mächtig ist. Steffi arbeitet mit zwei Pendeln. Als ich sie das letzte mal sah, hatte sie zwei Pendel, die von innen mit buntem Licht beleuchtet waren. Im Dunkeln sieht das einfach zu klasse aus. Der Typ bei dieser Feuershow, der für die Pendel zuständig war, hatte den Bogen aber auch ziemlich raus. Der Abschluss Act verschlug mir aber echt die Sprache und plötzlich wurde mir ganz weich ums Herz.
Nach der Feuershow haben wir noch ein Pärchen aus Östereich getroffen, die wir ein paar Tage zuvor am Strand kennen gelernt hatten. Veha kam auch mit einem Freund vorbei und Prea haben wir leider irgendwie verpasst. Die Östereicher und wir haben auf dem Weg zum Feuerwerk noch einen Tanz durch den Lichterketten Tunnel unternomen und dann gespannt auf den Countdown gewartet. Schon immer wollte ich so brennende Buchstaben mit den Worten „Happy New Year“ irgendwo sehen. Hier sollte es nun wirklichkeit werden. Ok, die Buchstaben waren jetzt nicht so ganz so groß, wie ich es mir gewünscht habe, aber trotzdem war es sehr schön!.
Nach dem Feuerwerk haben wir noch etwas rumgesessen und unsere Getränke geleert. Mir war schon bei Ankuft am Strand eine Gruppe Amerikaner aufgefallen, die in kollonial Anmutenden Bekleidungen einen gruppendynamischen Schwung ausstralten. Insbesondere weil die eine tragbare Box mit sich rum getragen haben, aus der tanzbare Musik kam. Ich hätte auch so gern getanzt also bin ich zu denen rüber und hab mich einfach mit dazu gestellt. Mir wurde sogar offeriert mir einen Song zu wünschen. Mir fiel aber spontan nix ein, was gut gepasst hätte. Später dann als wir zu hause waren, da fiel es mir wie Schuppen von den Augen welcher der richtige Song gewesen wäre. Last Night a DJ saved my life.
Die ersehnte Party blieb leider aus und so sind wir gegen halb zwei nach Hause gefahren. Dann halt keinen Kater – auch gut, freute sich mein alter Ego 🙂





