Hello Maledives

Um 5 ging der Tag los, als ich auf die Malediven geflogen bin. Erst dachte ich, dass ich hier vielleicht etwas zu großzügig geplant hätte, aber als ich am Don Mueng Airport eintraf, war dieser brechend voll. Don Mueng ist der „alte“ Flughafen von Bangkok. Das hatte ich mir jetzt etwas kleiner vorgestellt. Der Airport war riesig. Das aufgeben meines Gepäcks hat ca. eine Stunde in Anspruch genommen. In der Wartelinie, hatte ich einen netten Plausch mit zwei jungen Damen die aus Malaysia kamen. Ich liebe diese asiatische Höflichkeit. Selbst die Tatsache das sich in meinem Gepäck noch unwissendenlich ein Akku befand, konnte diesem Eindruck keinen Abbruch tun. Die Dame am Sicherheitsschalter bat mich diesen bitte in mein Handgepäck zu verwahren und dann war die ganze Angelegenheit auch schon erledigt. Toll!

Der Flug auf die Malediven dauerte länger als ich dachte und leider war die Sicht schlecht. Der wunderschöne Anblick den ich noch aus 2010 in Erinnerung hatte blieb mir also verwährt. Trotzdem ist der Landeanflug hier echt sehenswert. Die Flupghöhe nimmt immer weiter ab und unter sich sieht man nur Wasser. Erst ganz kurz vor dem aufsetzen ist dann endlich Land unter dem Flugzeug. Mein erster Eindruck bestätigt, dass sich hier sehr viel verändert hat. Den Flughafen hatte ich viel kleiner in Erinnerung. Nichts desto trotz begrüßt einen neben der Landebahn das schönste Blau man sich vorstellen kann. Obwohl die Farbe nicht dunkel ist hat sie tiefe und strahlt gleichzeitig. Sofort fühlt man sich magisch angezogen.

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Ganz vergessen hatte ich jedoch die strengen Kontrollen bei der Immigration. Wahrheitsgemäß habe ich auf dem Bogen den man ausfüllen muss angekreuzt, dass ich Freunde besuche. Diese Angabe und die Tatsache das ich kein Rückflug gebucht habe, sorgten für Trubel. Da mein Freund Ibrahim telefonisch nicht zu erreichen war, saß ich nun im Transferbereich fest. Ich ging davon aus, das Ibrahim in der Schule unterrichtete und deshalb nicht zu erreichen war. Nach 40 min. warten, machte ich mir langsam Sorgen, ob ich die Fähre noch erreichen würde.

Während ich darüber nachdachte, füllte sich die Halle mir den nächsten Tross Touristen. Ein großes Getümmel brach los. Die Reisenden waren aus dem asiatischen Raum. Und gleich wird man wieder angelächelt und es wird einem zugenickt. In dem Getümmel stand ich dann plötzlich einem neuen Beamten gegenüber. Er sagte mir sein Vorgesetzter möchte, dass ich mir einen Rückflug buche. Ich war völlig entsetzt. Ob ich den Rückflug denn auch erst in 30 Tagen buchen könnte, habe ich gefragt. Das bestätigte mir der Beamte. Als er mein Zögern bemerkt, fragt er nach dem Hintergrund. Ich erklärte also, dass ich eine einheimische Familie besuchen möchte und ich überhaupt nicht wüsste was mich dort erwartet. Die einheimischen Menschen hier leben auf einem sehr niedrigen Lebensstandard und ich konnte mir gut vorstellen, daß ggf. für meinen Besuch das eheliche Schlafzimmer hergegeben würde. Auf keine Fall wollte ich die Gastfreundschaft meines Freundes überstrapazieren. Der Beamte hatte Verständnis mit mir und er verstand auch, daß die Tatsache das einheimische hier nicht all zu oft Besuch aus anderen Ländern bekommen, einen weiteren Aspekt der Unwissenheit meinerseits wiederspeigelte. Ich erzählte ihm das es auf Gaafaru nun auch schon ein Hotel gäbe und kurzerhand begleitete er mich zum Schalter der Immigration, wies die dortige Dame an den Namen des Hotels auf meiner Einwanderungskarte einzutragen und ließ mich mit einem Augenzwinkern und dem mahnende Hinweis bloß nicht länger zu bleiben als erlaubt, passieren. Jey!

Nun hatte Ich durch den hassle der bei der Immigration stattgefunden hatte bereits eine Stunde verloren. Ich brauchte noch ne SIM Karte und Geld. Dank des Wiki das ich irgendwann mal im Netz gefunden hatte, wusste ich wenigstens welchen der beiden Provider ich zu wählen hatte und konnte so zielstrebig das passende Büro aufsuchen. Ich habe mich für eine Karte mit 15GB Daten entschieden und da die Karte nur 14 Tage gültig ist, gleich zwei davon gekauft. Mit satten 22$ pro Stück nicht grade günstig. Es hat dann nochmal 40 min gedauert bis die Karten den richtigen Netzbetreiber eingestellt hatten und mir vernünftiger Geschwindigkeit liefen. So langsam würde die Zeit knapp und so habe ich mich beeilt schnell zum ATM und dann zur Fähre nach Male zu kommen.

Das die Malediven ein Inselstaat sind wird einem spätestens an Bord der Fähre bewusst. Überall sind Passagierboote, Schnellboote, Fischerboote und noch einige andere Bootstypen zu sehen. Große Kräne die im Wasser stehen und Baumaterialien die in Ufernähe gelagert sind runden das Bild ab. Als europäische Frau, mit blauen Augen und hellen Haaren hebe ich mich deutlich von den restlichen Passagieren ab. Ich bemerkte die heimlichen Blicke und bin noch unschlüssig ob ich diesen nun als freundlich oder weniger freundlich einstufen soll. Die Fahrt mir der Fähre nach Male dauert ca. 10 min. Leider komme ich viel zu spät auf die Idee ein paar Schnappschüsse zu machen.

Als ich wieder festen Boden unter den Füßen habe und mein Gepäck geschultert habe mache ich mich auf den Weg „Jetty 7“ zu finden. Dort soll das Speedboat nach Gaafaru abfahren. Jetty 7 fand ich recht schnell denn ich hatte mir den Ort vorab auf Google Maps markiert, nur fand ich keinen Schalter wo ich ei Ticket hätte kaufen können. Plötzlichen befand ich mich in einer chaotischen Szene aus Auf- und Ab laufen am Pier, in der Tasche nach dem Headset kramen, nicht nur das Handy sondern auch das Tablett in der Hand haben, die Straßenseite wechseln und nicht mehr zurück kommen, weil die Gegenseite mit Motorrollern zugeparkt ist wieder. Zwischen meinen Gehversuchen und dem Suchen nach dem Schalter klingelte mehrfach mein Telefon auf dem mich mein Gastgeber und drei seiner Freude zu erreichen versuchten. Alle in Besorgnis und mit dem Bestreben mich sicher nach Gaafaru zu befördern. Zum Glück gelang es mir, die ganze Szene von außen zu betrachten und ein wenig selbst über mich zu lächeln. Als ich mich schließlich verzweifelt vor der Reihe Motorroller wiederfinden, bat ich einen jungen Mann um Hilfe. Er packte be hände an und beförderte meinen Koffer über die Motorroller. Ich nutzte die Gelegenheit nachzufragen, ob er wüsste wo ich hin ein Ticket für das Speedboat kaufen könnte. Er zückte kurzerhand sein Telefon und nun schienich endlich den richtigen Knopf gedrückt zu haben. Am Ziel angekommen musste ich mir eingestehen, das Ich vorher wohl zu beschäftigt war um mich richtig umzublicken. An dem Anleger war ich schon vorher, nur hatte ich nach einem Schalter gesucht und nicht auf die Boote selber geschaut. Dort hätte ich das Ticket kaufen können. Hauptsache ich bin an Bord.

Die Fahrt mit dem Speedboat dauerte ca. 60 Minuten. Ich mag Speedboat fahren nicht. Immer wieder schlägt das Boot auf der Wasseroberfläche auf und es ruckelt fürchterlich. Erheitern tut mich allerdings mein Versuch Wasser aus eine Flasche zu trinken. Das stellt sich wegen dem heftigen Geschüttelt des Bootes als gar nicht so einfach heraus. Je mehr man sich hin daraf konzentriert den Arm mit der Flasche in der Hand kontrolliert zum Mund zu führen, umso unkontrollierter wird es. Zum Glück sorgen die lauten Motorgeräusche und die wackelnden Bewegungen des Bootes dafür das fast allen Passagieren immer wieder die Auge zufallen und so komme ich mir nicht ganz so unbeholfen vor.

Endlich treffen wir dann auf Gaafaru ein und ich stehe meinem Freund und Gastgeber Shahid gegenüber. Wow nach 7 Jahren doch sofort erkannt. Wir freuen uns beide und lachen über die Umstände bei der Immigration. Bei seinem Haus angekommen zeigt er mir mein Zimmer und Ich werde der Familie vorgestellt. Da sind Mama, Papa, Bruder, Onkel und Schwester. Zwei Kulturen prallen ungebremst aufeinander. Beide Seiten beschnuppern sich neugierig und nach kurzer Zeit ist klar, dass alle ein neugieriges Interesse haben die andere Spezies besser kennen zu lernen. Es wird noch ein Curry gekocht und beim beobachten wird mir klar das es viel zu lernen gibt. Totmüde falle ich an dem Abend ins Bett und freue mich heute darauf am nächsten Tag mehr von Gaafaru zu entdecken.

 

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