Das erste was ich heute morgen sah, war die Nachricht eines Freundes, der mich auf die Nachrichten aufmerksam gemacht hat. In Male sei der Ausnahmezustand ausgerufen worden. Sofort war ich besorgt. Kann ich das Land noch verlassen? Was bedeutet das für mich?
Als ich nach dem Duschen jedoch die ersten Schritte nach draußen machte, schien auf Gaafaru alles beim alten zu sein. Keinerlei Hektik oder Anspannung war zu bemerken. Um 9 Uhr hatte ich eine Verabredung mit Fatma. Fatma ist (ich glaube) die Schwester von Shahidi. Sie hatte mich am Vorabend eingeladen ein spezielles Brot zu backen. Mein Interesse an der maledivischen Küche, war aufgefallen. Am letzten Abend durfte ich schon zusehen wie eine vegetarische Pastete gemacht wird. Das Rezept habe ich notiert und die Zubereitung dokumentiert.

Zunächsteinmal sollte man wissen, dass die Einheimischen Menschen auf den Malediven in einem sehr starken Kontrast, zu den Bildern die man aus den hiesiegen Ressorts kennt, leben und wohnen. Es ist auch erst seit 2008 überhaupt für Touristen erlaubt, die einheimischen Inseln zu besuchen. Die Häuser sind einfach und Luxus sucht man hier vergeblich. Der Begriff Familie wird hier sehr groß geschrieben. Es ist üblich das Familien inklusive Onkel, Tante, Cousine und Cousin, Mutter, Vater und Kinder in einem Haus zusammenleben. Mein Freund Schahidi ist Lehrer für Mathematik und unterrichtet an der hiesiegen Grundschule. Er ist verheiratet und Vater von 3 Kindern. Sein Durchschnittseinkommen liegt bei ca. 400€. Mir wird bei meiner Ankuft ein geräumiges Zimmer mit einem separat angrenzendem Badezimmer zugewiesen. Ich möchte nicht wissen wer stattdessen ausziehen musste. Im Bad steht jedenfalls noch eine Zahnbürste auf dem Sims 🙂
Aber zurück zur (fast) vegetarischen Pastete. Es geht damit los, dass Tante gemeinsam mit den anderen Familienmitgliedern im Garten sitzend, den Weißkohl in dünne streifen schneidet. Sie hat einen Teller im Schoß und beim Plaudern wird geschnippelt. Dem Kohl folgen zwei Karotten und auf einen weiteren Teller wird eine Zwiebel, ein paar frische Curry Blätter und eine Chilli geschnippelt. Nachdem diese Arbeit getan ist, gehts in die Küche. Die geschnippelten Gemüse kommen in eine große Schüssel. Nun wird ein Packet Instant Nudeln hinzugefügt, sowie eine Dose Tunfisch. Mama hilft derweil ca 12 Eier aufzuschlagen. Es wird geredet und geknetet und die Eier mit ins Gemüse gemischt. Die Küche ist sehr einfach ausgestattet und da ich keinen Ofen gesehen habe, frage ich mich womit die Pastete gekocht werden soll? Aus dem Schrank wird eine spezielle Pfanne hervorgezaubert. Die Pfanne läst sich umdrehen und von beiden Seiten erhitzen. Damit die Hitze gleichmäßig von unten kommt, wird über die Flammen des Gasherds eine Metallplatte gelegt. Nach dem Wenden muss die Pastete nochmal gut 10 min garen und dann ist sie fertig. Lecker!
Tagsüber bin ich schon mal ein wenig durch die Gegend geschlendert und habe ein paar Impressionenen eingefangen. Aufgefallen waren mir an einigen Stellen Bilder auf den Hauswänden. Was ich zunächst für Kunst hielt, musste ich jedoch an einigen Stellen neu klassifizieren. Handelte es sich hier doch nicht um Kunst sondern um Wahlplakate 🙂 (Ich habe die Fotos enstprechend Beschriftet.) Es wird aktuell viel auf der Insel gebaut. Interessant ist, dass einige Gebäude einen Hauch von ArtDeco Stil bekommen. Es wirkt ein wenig wie eine Insel die langsam aus dem Dornröschenschlaf aufwacht. Es wirkt alles noch ein wenig Karg, aber man kann erahnen wie es in 5 Jahren aussehen wird. Schahidi hat mir berichtet, dass viele Familien aktuell Guesthäuser bauen. Jeder der Interesse hat die Inseln zu besuchen sollte sich dies als Hinweis vermerken und die Entwicklung auf der Insel verfolgen.
Ich freute mich auf den Besuch bei Fatma, war gespannt auf das Brotbacken und freute mich im Allgemeinen das die ganze Familie mir so aufgeschlossen gegenüber war. Fatma wartete schon auf mich als ich bei Ihr eintraf. Hier also das Rezept für das süße Hefebrot:
- 3-4 Tassen Mehl
- 3-4 EL Zucker
- 2 TL Hefe
- 1 EL Magarine
- 1 Ei
- eine Messerspitze gelbe Lebensmittelfarbe
Zucker, Hefe, Magarine, Ei und Farbe wird unter Zugabe von etwas Wasser zu einer glatten Masse verrührt. Das Mehl wird zu der Masse hinzugegeben und dann mit der Hand geknetet. Es wird so lange geknetet, bis sich der Teig von den Wänden der Schüssel löst und eine schwer reißende Konsistenz hat. Der Teig muss dann 1,5 Stunden in der Küche ziehen. Nach 1,5 Stunden werden die Bleche mit Öl gefettet und mit öligen Händen kleine glatte Kugeln aus dem Teig geformt. (Auf dem einen Foto kann man sehr schön meine Anfängerklöße im Verhältnis zu den Meisterklößen sehen.). Die Klöße müssen dann weitere 1,5 Stunden ziehen. Die aufgegangenen Klöße müssen dann für ca. 10 – 15 min. in den Backofen, bis ds goldgelbe, duftenden Ergebnis einen anlächelt.
Großartig!






































































