Lipsi

Obwohl ich Pythagorio recht charmant fand, so fehlte mir doch ein wenig das familiäre Flair das ich sonst vorgefunden habe. Ich war also gespannt was mich in Lipsi erwartet, eine kleine Insel die süd-westlich von Samos liegt. Leider war nicht genug Wind als das es sich gelohnt hätte die Segel hoch zu fahren. Das Wetter etwas bewölkt kutterten wir also mit ca. 6 Knoten in Richtung Lipsi. Die Fahrt führte uns vorbei an Aki, dass wir eigentlich zu erst ansteuern wollten, aber da das Wetter später noch mehr auffrischen sollte, hat Kapitän Carsten es vorgezogen in Lipsi an einer Muring anzulegen. Eine Muring ist ein großer Betonblock der auf dem Grund des Hafens liegt. Daran befestigt ist ein starkes Seil an dem die Boje festgebunden ist. Die Boje schwimmt und markiert so den Platz wo man das Schiff parken kann. Mit einem Bootsmannshaken muss man das Seil der Boje zu fassen bekommen und dann am Schiff festmachen. Das Manöver kann kompliziert werden, da ein Schiff ja nicht ruhig auf einer Stelle stehen bleibt. Klar war es meine Aufgabe das Seil der Boje zu fangen. Die Anfahrt klappte super aber leider kam ich nicht wirklich an das Seil und die Boje hat meine Seite des Schiffs passiert. Carsten hat es dann aber geschafft das Seil auf der anderen Seite einzufangen und gemeinsam haben wir das Schiff dann festmachen können.

Lipsi ist wunderschön. Eine kleine Gemeinde mit ca. 1000 – 1500 Menschen. Die Häuser traditionell griechisch in Weiß und Blau. Verwunschene Gassen, mit schnuckeligen Häusern, freundlichen Farben und wie so oft freundlichen Gesichtern. Absolut zum verlieben.

Der Hunger hat uns dann in eine kleine Pizzaria getrieben, wo es eine der besten Steinofenpizzas gab die ich jemals gegessen habe. Als Abschluss des Abends sind wir noch in einer urigen Fischerkneipe eingekehrt und haben eine Art Ouzo getrunken. Der Wind frischte stark auf und bei ordentlich Dünung ging es dann mit dem Beiboot zurück an Bord.

Am nächsten Morgen haben wir einen kleinen Gang zum Strand gemacht der in einer kleinen Schlucht gut windgeschützt liegt. Gleichmäßig abfallend liegt die Bucht da und die Farbe des Wasser sieht gerade zu einladend aus. Der Strand selber ist aus feinem Kies aber da die Saison noch nicht richtig begonnen hat, ist noch etwas Aufräumarbeit zu tun. Das hat dem malerischen Anblick jedoch keinen Abbruch getan und ich kann mir gut vorstellen das ein Urlaub hier sehr schön sein kann. Die Anbindung an die Fähren ist sehr gut, und da Lipsi ja nicht besonders groß ist, könnte man im Fall das man doch mal etwas mehr Trubel haben möchte mit der Fähre in einer guten Fahrzeit die umliegenden Inseln erreichen. Auch hier war das Auffinden von einem Cafe mit guter Internetanbindung gar kein Problem. Nach einigen Stunden Arbeit, wollte es der Zufall, dass ich Liz und Dave, ein britisches Paar, kennengelernt habe, die wie sie mir berichteten,  sich beim ersten Eintreffen auf Lipsi direkt so in die Insel verliebt haben, dass Sie dort ein Haus gekauft haben. Der Auftakt unseres Gesprächs war die Frage was eigentlich die Realität ist?! und es folgten Gespräche über die aktuelle Lage der EU und den möglichen Austritts von Großbrittanien, sowie die Lage der Flüchtlinge bis hin zu Immuntherapie im Kampf gegen Krebs. Wie sich herausstellte war ich durch Zufall auf regelrechte Prominenz in diesem Gebiet gestoßen, denn Liz war vor Ihrer Rente Professorin an der Universität London wo Sie mit Ihrer Forschung diesen Bereich entscheidend voran gebracht hat. Nebenbei war sie noch die einzige weibliche Professorin in dieser Zeit. Dave nicht weniger Interessant war vor seiner Rente Inhaber einer renommierten Marketingagentur im Zentrum von London. Eine sehr interessante Begegnung die wir gemeinsam mit einem traditionellem Ouzo abgerundet haben.

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