Bangkok hat mich bei der Landung mit Regen empfangen, diesen Umstand aber direkt wieder gut gemacht. Fliegen stand ja eigentlich nicht auf dem Plan, deshalb musste ich im Hinblick auf das Gepäck etwas einfallsreich sein. So war es diesem Umstand geschuldet, das meine Sneaker außen an meinem Rucksack befestigt waren. Ich war von den Ereignissen der Tage etwas erschöpft und wollte schnell in das vorgesehenen 4-sterne Domizil. Schon im Taxi angekommen müsste ich das Fehlen von einem meiner Sneaker feststellen. Zurück zum Gepäckausgabeband bzw. zu der Sicherheitskontrolle davor. „den sehe ich nie wieder“ schoß es mir durch den Kopf und war sehr positiv überrascht als keine 2 Min. Später der Sicherheitsbeamte mit meinem Schuh auftaucht. Der Taxifahrer war auch noch am warten und los ging die Fahrt in die große Stadt.
Als Hotel hatte ich mir die Windsor Suites ausgesucht. Sehr zentral gelegen, nicht weit zur Busstation von der ich am nächsten Morgen weiter musste, nicht weit zum Immigration Office wo ich mein Visum verlängern wollte. 4 Sterne und einen Tag Prinzessin sein, war meine hungrige Vorstellung, die leider nicht erfüllt wurde. Einschicken erst um 14 Uhr bei einem Preis pro Nacht der eher an roten Teppich erinnerte. Wenigsten durfte ich mein Gepäck in der Lobby lassen. Also ab zum Immigration Office.
Die Stadt hat mich völlig erschlagen. Laut, stinkend und unfreundlich. Das war mein erster Eindruck. Die Luft von den vielen Abgasen schon fast staubig beim Einatmen, eine Lautstärke die eine Unterhaltung beim Spazierengehen unmöglich macht und Menschen die sich gegenseitig nicht ansehen oder einem durchdringende Blicke zuwerfen wenn man sie ansieht. Die Seitenstraßen schienen fest aufgeteilt an die jeweilige Gruppe die dort wohnt und an den Zugängen zu den Straßen stehen streng blickende Männer die überprüfen wer man ist. Nach einigem Hin- und Her habe ich das Immigration Büro in einem riesigen Gebäudekomplex ausfindig machen können. Unwirklich war es im Inneren. Im Eingangsbereich musste ich mir einen Besucherausweis geben lassen den ich nur gegen Vorlage meines Ausweises bekommen konnte. Es war klinisch sauber im Gebäude und die Luft war runter gekühlt auf 21° Grad. Der Aufzug in den 32. Stock war steril und nur der Fernseher auf dem asiatische Werbung lief gab Geräusche von sich. Herr Wong vom Siam Legal Büro war nicht da. Ob ich überhaupt richtig sei, könne nur er mir beantworten. Mit diesem Wissen wurde ich in ein anderes Büro im 30. Stock geschickt. Eine sehr freundliche Damen, die sehr gut Englisch sprechen konnte hat dann mit Herrn Wong telefoniert. Er hatte zurück gerufen und mitgeteilt er sei grade im Immigration Office und er könne sich später mit mir treffen. Ob mir denn klar wäre das das Visum Geld kosten würde? Äh..ne war mir nicht wirklich klar. Also 1900 THB für das Visum und Herr Wong sei ja Anwalt, den müsste ich dann auch noch bezahlen. Ich erklärte das ich nicht der Meinung wäre das ein Anwalt von Nöten sei, denn es wäre ja mein gutes Recht das ich das Visum bzw. Staymet Permit verlängern lassen könnte. Die Dame unterstrich mein Unbehagen in dem sie mich darauf hinwies, es seien ja nur noch wenige Tage bis meine Aufenthaltserlaubnis auslaufen würde. Sie wäre sich da unsicher ob das dann noch klappen würde. Na schönen Dank!!
Ich habe mich aber nicht beirren lassen und dankend die Dienste von Herrn Wong abgelehnt. Auf dem Rückweg zum Hotel bin ich in einem italienischem Restaurant eingekehrt und habe einen Salat mit Käse, Olivenöl und Basamico Essig gegessen (Seit mehreren Tagen das beste was ich zwischen die Zähne bekommen hatte), abgerundet mit einem geeistem Kaffee Latte in einem Cafe die einem zum Getränk den WLAN Schlüssel servierten (Es gab außerdem Sitzplätze mit Steckdosen) konnte ich dann endlich in den Windsor Suits einchecken. Meine Suit war ebenfalls im 32. Stock und bot mir einen beeindruckenden Ausblick auf die umliegenden Häuser.
Die Suit selbst bestand aus einem Schlafzimmer, einem Salon und einem Badezimmer. Insgesamt machte das Hotel einen guten Eindruck. Nach einiger Recherche im Internet hab ich auch ein paar interessante Aktivitäten gefunden die ich hätte machen können. Irgendwie steckte mir aber der Schreck der letzten Tage so in den Knochen und ich hatte auch keine Lust unendlich viel Geld aus zu geben, also habe ich mich dagegen entschieden. Den frühen Abend hab ich also mit arbeiten verbracht, die ich zum Teil in dem italienschem Restaurant und zum Teil in dem Coffee Store erledigt habe, die ich mir am Vormittag schon angesehen hatte. Auf dem Weg zum Restaurant war ich an einer Bettlerin vorbei gegangen, die im Regen mit Ihrer ca. 1,5 Jahre alten Tochter auf der Brücke saß, die ich überqueren musste. Ich verstehe unsere Welt einfach nicht. Warum baut man solche Städte? Wo unbezahlbarer Reichtum und bittere Armut so dicht nebeneinander sitzen? Warum zieht es uns in so ein Zentrum, wo nicht mal die Luft mehr atembar ist? Meins ist es definitiv nicht und der Anblick der Frau mit Ihrer Tochter hat mich zu einem schlechtem Gewissen ermahnt und mir schlagartig klar gemacht wie gut es mir eigentlich geht. 500 THB sind für sie sicherlich genug um davon eine Woche oder länger leben zu können. Ihr Blick war erstaunt als ich Ihr den Schein in die Hand gedürück habe. Auf halber strecke bin ich nochmal umgekehrt und habe ihr auch noch mein Regencape gegeben. Machts irgendwie auch nicht besser. Todmüde bin ich dann ins Bett und habe eine alptraumbehaftete Nacht hinter mich gebracht in der ich von Abschiebehaft und nicht bewilligten Visas geträumt habe. Hier noch ein paar Impressionen:




























