Run away from the float

Die letzten 10 Tage in Koh Samui waren leider weit von Traumurlaub entfernt. Bereits am 02.01 ging es mit leichten Regenfällen los, die sich vom 03.01 bis zum 05.01 in dauerhaften Starkregen verwandelt haben. Vom 05.01 – 07.01 waren die Hauptstraßen der Insel und auch der Flughafen gesperrt. In der Nacht vom 04.01 auf den 05.01 habe ich kaum geschlafen, da das Gewitter nachts so stark war, dass die Scheiben an der Terrassentür von meinem Bungalow geklirrt haben wenn der Donner erklang. Der Regen selber hat so viel Geräusch erzeugt das es die ganze Nacht laut war. Viellicht war es auch das Bewusstsein das dies nun schon die zweite Nacht in dem Ausmaß war, was mir den Schlaf geraubt hat.

Am Morgen es 05.01 habe ich mich mit einem Regenschirm auf den Weg gemacht und die nähere Umgebung um meinen Bungalow erkundet. Das Gelände, der Zufahrtsweg, die Straße und der angrenzende Fluss waren am Rande Ihrer Kapazität. Die Straßen zur Main Road nur noch mit einem 4-Weel Pick-Up zu erreichen. Eigentlich sollte ich mein Fahrrad heute abgeben. Glücklicherweise war der Besitzer des Ladens sehr nett und hat mir zugesagt, dass ich das Rad solange ohne Kosten bei mir behalten könne, bis die Straßen wieder befahrbar sind. Die Lady meines Hosts war im Gegensatz zu mir sehr Entspannt im Hinblick auf das Hochwasser, in meinem Kopf drängte ich nur der Gedanke auf so schnell wie möglich ein paar Vorräte einkaufen zu gehen, falls noch so eine Nacht mit regen dieses am nächsten Tag unmöglich machen würde. Gegen frühen Nachmittag beruhigte sich der Regen etwas und ich hab mich auf den Weg zum 7Eleven an der Hauptstraße gemacht. Die Straße war überflutet und ich musste ca. 80cm Wassertiefe durchqueren. Ein kleiner Bach war hier über das Ufer getreten und obwohl sich die Strömung schon beruhigt hatte, musste ich Schritt vor Schritt setzen damit es mich nicht wegspült. Trotz meiner Bedenken die die Gesamtsituation betrafen, machte sich Abenteuerfeeling in mir breit.

Nach meiner Rückkehr tauschte ich mich mit Hi-d aus, die ca. 4km westlich von mir beheimatet war. Es war schnell klar, warum die Lady meines Hosts so entspannt war. Bei Hi-D stand das Wasser ca. 1,30 m hoch. Die Straße nicht mehr für Fahrzeuge passierbar. Bewundernswert – Hi-d sah die ganze Situation wenigsten mit mehr Humor als ich selber.


Der 06.01 und 07.01 verliefen relativ Ereignislos. Bis auf einen Ausflug mit der Lady meines Hosts zum östlich auf der Insel gelegenen Supermarkt habe ich die überwiegende Zeit in meinem Bungalow verbracht und gearbeitet. Der Ausflug zum Supermarkt war in so fern spannend da wir auf dem Weg den Berg passieren mussten, den ich wenige Tage zuvor mit dem Fahrrad gemeistert hatte. Die Straße, die an meinem Besuchstag deutliche Spuren der starken Regenfälle aufzeigte, hätte meiner Ansicht nach komplett für Verkehr gesperrt werden müssen. Von der Linken drohte der Hang auf einen zu rutschen, von der rechten wurde die Straße unterspült und fing an an den Rändern weg zu brechen. Leider konnte ich von der Szenerie nur ein Foto beim Verlassen des Supermarkts machen, dass das gesehene untermalt.

 

Am 08.01 wurde der Regen wieder stärker und ebenso die latente Panik in mir. Ich konnte mich nicht mehr auf die Arbeit konzentrieren und der Wunsch die Insel zu verlassen nahm meine Gedanken ein. Wohin und Wie? Nach einiger Recherche hatte ich mich entschlossen nach Koh Chang zu fahren. Koh Chang liegt nordöstlich von Koh Samui aus. Meine Hoffnung liegt darin dort besseres Wetter vorzufinden. Die günstigste Möglichkeit dort hin zu kommen ist mit dem Nachtzug von Surat Thani nach Bangkok und von dort mit dem Bus nach Trat. Koh Samui -> Surat Thani sowie Trat -> Koh Chang dann jeweils noch mit der Fähre. Für den Nachtzug gibt es 3 unterschiedliche Klassen. 3. Klasse ganz normales Abteil mit Sitz, 2.Klasse Schlafwagen im Mehrpersonenschlafwagon, 1.Klasse im VIP Schlafabteil das man für sich allein hat. Die gesamte Reisedauer sollte ca. 20 Stunden betragen. Sicherlich Anstrengen dachte ich mir, aber sicherlich auch ein echtes Abenteuer.

Im Laufe des Tages wurde in den Nachrichten berichtet, dass die Überschwemmungen in Surat Thani mittlerweile so stark waren, dass dort auch die Züge in Richtung Norden nicht mehr fahren konnten. Für den 09.01 und 10.01 wurden Unwetterwarnungen raus gegeben, dass mit starkem Sturzregen zu rechnen sei. Das hat meinen Nerven absolut den Gar aus gemacht. Meine Recherche hatte ergeben das der Flughafen in Betrieb sei und so habe ich mich entschlossen den Weg nach Bangkok dann eben per Flieger zu absolvieren. Nach einigen Buchungsschwierigkeiten hatte ich also ein Flugticket nach Bangkok am 09.01 um 8:00 Uhr Abflugzeit. Obwohl die Lady meines Hosts nicht meiner Meinung war, hatte ich das dringende Gefühl die Reise Richtung Flughafen so schnell wie möglich anzutreten. Mit viel Überzeugungskraft habe ich sie schließlich dazu bewegen können mich mit dem Auto zu fahren. Die Eindrücke von der Main Road und den letzten Metern vorm Flughafen habe ich auf Video aufgezeichnet.

Die Lady hatte mich in einem sehr sehr einfachem Hotel direkt am Flughafen untergebracht. Kurz nach dem ich mich mit etwas Essen versorgt startete auch schon der von mir befürchtete Regen. Nach einer Stunde etwa wechselte der starke Regen in Sintflut und hört irgendwann in der Nacht auf. Mit der Dame vom Hotel hatte ich 6:30 Abfahrt vereinbar und war etwas überrascht als sie um 6 Uhr bei mir an der Tür klopfte. Sie wies Richtung Horizont und ich erblickte Wolken die den Eindruck machten das jeden Moment ein Sturm losbrechen würde. Zum Glück hatte ich schon gepackt und sofort startet die kurze Fahrt auf dem Scooter zum Flughafen. Eingecheckt war ich schon, aber Gepäck musste ich noch aufgeben. Am Schalter sagt mir die Dame das mein Flug eine Stunde früher fliegen würde. Gründe wurden nicht genannt. Als der Flieger abgehoben hat, bot sich ein beeindruckendes Wolkenbild. Die Bilder geben mein Gefühl, im letzten Moment den Fluten entkommen zu sein, beeindruckend wieder.

Schauen wir mal was Bangkok zu bieten hat.

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