Fühlst du dich nicht einsam, wenn du alleine reist? – wurde ich schon gefragt. Ganz das Gegenteil ist der Fall. Eigentlich begegnet man ständig Menschen. Die Begegnungen sind kurz, dafür aber intensiv. Für mich persönlich sind dabei schon echte Freundschaften entstanden. Auf dem Rückweg vom Huang Nam Kaew Wasserfall, sah ich plötzlich am Wegesrand einen Mann mit einem Fahrrad stehen. Das dieser Anblick mehr als ungewöhlich ist, versteht man sofort wenn man die Straße zum Wasserfall selber einmal gefahren ist. So ist zwar das größte Stück sehr gut Ausgebaut, so ist sie insgesamt aber ebenso langezogen, in einer stetigen Steigung, die am vermeindlichen Gipfel in einem Dschungelpfad endet. Den Dschungelpfad gilt es dann ebenfalls mit dem Motorroller zu passieren, was sich in einem wilden auf- und ab, zwischen tiefen Furchen die durch herabfließendes Wasser gebildet haben, abspielt. Selbst mit dem Roller ist der Weg eine Herausforderung. Hier also auf halber Strecke plötzlich einen Moutainbiker zu sehen, enriss mir ein sofortiges „Sportlich, sportlich“, dass mit einem grüßenden „Danke“ beantwortet wurde.
Ich fuhr rechts ran und erkundigte mich, ob das wirklich absicht sei, den Berg mit dem Rad zu erklimmen. Nach einem kurzen Gespräch, lagen die Fakten auf dem Tisch. Johannes, aus Köln, hatte genau wie ich Respekt vorm Rollerfahren in Thailand. Bei einem gemeinsamen Bier am Abend beschlossen wir für den Sonntag Fahrunterricht zu organisieren und absolvieren. Als eben dieses Treffen zum Bier eingeläutet war und sich dabei herausstellte, das Johannes auch noch Musiker ist, wechselte das Bild des Abends in einen Schwof. Ein Schwof in einer kuriosen Bar von Besitzer Chang. Changs Bar kann man sich als ein Improvisatorium mit verschiedensten Instrumenten vorstellen. Anwesend bei unserer Ankunft ebenfalls ein paar junge Damen denen Johannes wohl schon einen Abend vorher begegnet war.
Die eine junge Dame sang, lautstark aber melodiesicher, den Text von einem Handy ablesend, allerlei Pop klassier als Impro-Version alla Changs Bar. Johannes stieg mit ein und plötzlich hatte das ganze einen netten Groove, dem man entspannt lauschen konnte. Chang selber machte schnell klar, dass sein Alter Ego eigentlich die Reinkarnation von Bob Marley ist, indem er „No Woman, no Cry“ mit einem sehr klagenden und melancholischen Unterton als Solo schmetterte. Strebsam und arbeitsfromm, war ich die ganzen Tage vorher immer sehr früh im Bett und deshalb hatte ich um ca. 23 Uhr das gefühl es sei schon „mitten in der Nacht“ und verabschiedete mich.
Am nächsten Tag holte ich Johannes an seinem Host ab und überzeugte Ihn das, dass mit dem Rollerfahren alles nich so schlimm sei. Zum Glück brauchte ich wenig Überzeugungskraft und so fuhren er und ich kurze Zeit später mit unseren Rollern richtung Süden der Insel. Seit Tagen wollte ich doch umbedingt das Neverland Resort finden und besuchen. Die Straße der Insel ist grade zu perfekt um das Rollerfahren zu üben. Im Zentrum mit einem einzigen Hügel ist man eher damit beschäftigt, die Kurven und den sich darin befindlichen Schotter oder Sand richtig abzuschätzen. Fährt man dann weiter nach Süden, wird zum einen der Belag der Straße schlechter und zum anderen, ist das Hoch und Runter mehr in die Länge gezogen. Die Menge an Besiedlung nimmt immer mehr ab und man könnte den Schwierigkeitsgrad der Berge die man überwinden muss fast als konvulsionsartig beschreiben. Johannes meisterte diesen Parcour mit bravour. Die Abfahrt zum Neverland Resort war mir offenslichtlich die letzten Tage immer entgangen, weil das angekündigte Schild das dort angeblich hängen sollte schlicht fehlte. Ich befahl Johannes also mir auf den unbefestigten Teil der Straße zu folgen, an deren Einfahrt ein „Cafe Koh Kood“ Schild unauffällig den Weg markierte. Den Weg, eine Mischung aus Geröll, Schotter und Sand, der sich ca. 3km hinzieht stellte für Johannes den Abschlussteil seiner Fahrprüfung dar. Off-Road Fahrt vom feinsten. Ein Gemisch aus Schotter und Sand. Ohne murren und knurren hat Johannes alles mit gemacht und glatt Blut geleckt.
Das Resort – Ein Paradies! Kaum Menschen, kristall klares Wasser, weißer Strand von Palmen umgeben und in zweiter Reihe von einem liebevoll gestaltetem Café gekürt. Johannes und ich waren fast zur Sprachlosigkeit gerührt und mussten uns wiederkehrende zu diesem Glück gratulieren. Da Johannes ein sehr angenehmer und unterhaltsamer Zeitgenosse ist vergingen die Stunden im kurzweiligem Flüge. Mit einsetzender Dämmerung Schwanger wir uns auf unsere Feuerstühle um zum Sonnenuntergang am Peter Pan Resort zu sein. Mein Fahrunterricht musste so nachhaltig gewesen sein, daß zwischen Johannes und mir eine leichte Diskrepanz entstand, ob nun Rollerfahrer oder Sonnenuntergang die beste Beschäftigung für den Abend sei. Ich habe mich durch gesetzt!
Tja, dann war der Abend schon fast zu Ende. Am Montag stand für mich wieder arbeiten an und Johannes musste die Heimreise antreten. Schade! Schnell noch das für diesen Abend perfekte Sonnenuntergangsfoto geschossen und den Beweis dafür das Johannes nicht nur rockt, sondern auch Rocker ist! (Man kann Johannes für allerlei Musik buchen).
Über die Woche hatte ich mir vorgenommen, möglichst viele unterschiedliche Büros aka Ressorts auszuprobieren. Das ging erstaunlich gut. Die Reihenfolge war glaube ich: Seefar Resort, The Beach Koh Kut, Neverland Resort, Sunshine Resort. Das blödeste in diesem Zeitabschnitt war eine Begegnung mit einer Sandfliege. Ich schreibe eine, weil ich nur eine wirklich 100% identfizieren konnte. Diese Eine hat jedoch einen bleibenden Schaden hinterlassen, der wirklich unangenehm war. 25 Stiche habe ich nur an einem Bein gezählt. Ich hatte deshalb beschlossen das es sinnlos ist den Versuch zu starten sie alle zählen zu wollen. Die Sterne kann man schließlich auch nicht zählen! In der Nacht als dieses Biest mich erwischt hat bin ich irgendwann sogar von den Bissen wach geworden. Da ich auch Ameisen in meinem Bett gefunden habe, war ich erstmal unsicher, ob es sich überhaupt um einen Angriff der Sandfliege handelt. Ich habe dann jedoch eindeutig eine von Ihnen identifizieren können. Nun ist Thailand ja zum Glück das Land in dem alles ein wenig Magisch ist, und so konnte ich zwei Tage später eine Dose heilsame Matsche kaufen, die ich dann sofort aufgetragen habe. Ob man sich nun über die Ameisen freuen soll oder nicht, dazu habe ich noch kein abschließendes Urteil getroffen. Zum einen tragen sie sofort alles weg was noch gegessen werden kann, aber zum anderen sind sie auch überall. Aus Deutschland kenne ich die Bekämpfung der Plagegeister mit Backpulver. Som – die Damen meines Hosts – hatte mir welches gegeben, nachdem ich Ihr via Zeichnung zu erklären versucht habe, dass die Ameisen in meinem Bett sein. Ich bat sie auch um einen Besen den Sie mir an meinem Zimmer überreichen wollte. Dort angekommen erkannte sie nun das Dilemma und sagte – Chalk, zückte eine Schachtel mit etwas hervor das wie Kreide aussah und fing an das Holz an meiner Eingangstür damit zu bemalen. Es handelte sich um eine mit Gift versetzen Kreide, deren Gebrauch ich direkt noch weiter ausgedehnt habe. Nun ziert also eine weiße Kreidelinie den Rahmen von meinem Bett.
Die Strandbar des SeeFar Resorts eignete sich nur mittelmäßig zum arbeiten, denn das Internet an der Bar selber war nicht stark genug. Trotzdem ging der Tag easy rum. Den nächsten Tag bin ich ins super luxuriöse – The Beach Koh Kut – gefahren. Top Internet, chickes Interieur, aber mir hat es irgendwie nicht so richtig gefallen. Die Atmosphäre war irgendwie künstlich und alle die Gäste die sicherlich ein Vermögen für Ihren Aufenthalt dort bezahlt haben wirkten auf mich irgendwie unglücklich. Als es mir gelungen war meinen Cappucino den ich dort bestellt hatte zu bezahlen, dieser Wunsch löste eine regelrechte Verwirrung unter den Angestellten aus, fuhr ich zwei Ressorts weiter ins Siam Beach Ressort. Das Siam Beach Ressort würde ich als einfache Klasse bezeichnen. Aber es gab ein sehr großes Restaurant, mit Blick auf das Meer, super Internet und moderate Preise. Darüber hinaus ist mir noch ein seltener Käfer über den Weg gelaufen und die beoartigen Vögel zu beobachten machte sehr viel Spaß. Am darauffolgenden Tag hatte ich mir vorgenommen im Neverland Ressort zu arbeiten. Wie zu erwarten war das spzitzeklasse. Das Restaurant ist so gelegen, dass ein leichter Wind dort weht, es ist schattig und das Essen ist angenehm. Leider hat man keinen direkten Blick auf den Strand. Dafür habe ich einen Roboterfreund entdeckt und auch ein paar schöne Figuren. Der Inhaber des Ressorts ist ein begeisterter Maler. Für mich hatte es etwas sehr beruhigendes ihn im Garten sitzen zu sehen, in seine Malerei vertieft. Noch einen Tag später bin ich ins Sunshine Ressort gefahren. Ich dachte ja das ich im Neverland MEIN PLATZ gefunden hätte, aber dieses exklusive Prädikat hat das Sunshine Ressort dem Neverland Ressort in sehr kurzer Zeit abgerungen. Im Sunshine Ressort ist der sehr weitläufige schöne weiße Strand mit Sonnenliegen und Hängematten ausgestattet. Das WLAN ist direkt am Wasser spitze und wenn man in Restaurant sitzt schaut man direkt aufs Meer. 10 Punkte von meiner Seite.
Zack dann war schon wieder Wochenende. Am einleitenden Abend habe ich am Strand noch Valdemar kennen gelernt. Valdemar ist – Wood Curver – ich weiß leider nicht wie man das korrekt übersetzt. Da er berichtete, dass er am nächsten Tag zum Kong Chao Wasserfall fahren will, hatte ich das für mich auch als möglichese Ziel notiert. Am nächsten Morgen sollte mein Versuch den Coral Beach zu besuchen nicht so richtig klappen und so war ich dann sogar recht schnell am Wasserfall. Ein sehr sehr beeindruckender Platz. Ich habe nicht so viele Fotos gemacht, aber dafür ein Video von Valdemar der von einem Felsen springt. Ob es eine gute Idee war, wage ich zu bezweifeln, aber beeindruckt war ich trotzdem ein wenig. Das Highlight war allerdings eine Spinne die mir auf dem Weg zurück zu meinem Roller begegnet ist. Handteller groß , und unten Rot / Gelb gefärbt musste man kein Experte sein um zu verstehen, dass man sie besser nicht anfasst. Es sind ein paar tolle Bilder entstanden. Am Abend hat Valdemar mich zum Essen in das Ra Ben Mai Restaurant eingeladen. Wow! ich habe schon lange nicht mehr so gut gegessen. Der junge Mann der das Restaurant betreibt ist wirklich ein Künstler! Dort sollte man auf jedenfall einmal einkehren, wenn man Koh Kood mal besucht.
Mal sehen was nächste Woche so passiert.













































