Thunder in paradise

Zugegebenerweise bin ich in der ersten Nacht hier in meinem Mini-Bungalow recht oft wach geworden. Die hohe Luftfeuchtigkeit, die ungewohnten Geräusche, die stürmische Brandung, aber vor allem die Angst davor die Augen zu öffnen und festzustellen das mein Gegenüber 8 davon hat und die gleiche Anzahl Beine hat mich doch etwas Mühe gekostet. Die Spannung wie sich das Gelände aber bei Tageslicht darststellen würde hat überwogen. Ich war total gespannt was ich am heutigen Tag so erleben würde und brannte darauf die nähere Umgebung zu erkunden. Mein Enthusiasmus wurde leider durch das Wetter etwas ausgebremst. Schon am frühen Morgen war es leider, leider, leider schon bewölkt. Die ersten Fotos von dem Gelände hier sind trotzdem schön geworden. Hier ein paar Impressionen:

Mein sehr bescheider kleiner Bungalow ist mit Dusche, Toilette, Waschbecken, Bett und Ventilator ausgestattet. Es ist sehr, sehr einfach gehalten und auch gestern nach meiner Ankunft habe ich überlegt ob ich doch nach einem Upgrade frage.  In meiner kleinen Prinzessinenwelt hatte ich mir das ganze doch etwas komfortabler vorgestellt. Aber: Wenn man Thailand ursprünglich erleben möchte, wäre dann der von mir angestrebte Komfort überhaupt möglich? Eher nicht. Außerdem finde ich es ja auch immer recht spannend zu schauen was so mit einem passiert wenns mal nicht so läuft wie man es sich vorgestellt hat. Zu einem tropischem Klima gehörten Luftfeuchtigkeit und Insekten eben dazu. Das wurde mir insbesondere dann klar, als ich einen von den übrig gebliebenen Keksen essen wollte, die ich gestern für die Fahrt erworben hatte. Die Kekse waren in einzelnen Packungen zu jeweils 8 abgepackt. Als ich einen der Kekse aus der offnen Packung nehmen wollte, begrüßte mich statt einem leckeren Keks eine Schaar Ameisen.  Lektion Nummer 1 – Kein offenes Essen im Bungalow liegen lassen. Ein Stück von dem Keks hab ich draußen auf meiner Mini-Terasse platziert. Lektion Nummer 2 – Wenns draußen interessant ist kommen die nicht rein. Ich bin gespannt wie lange es wohl dauert bis der Keks weg ist? Neben den Armeisen sind mir noch andere Lebewesen begegnet. Das waren 2 Eidechsen die beim öffnen der Vorhänger unter die Deckenverkleidung gehuscht sind, ein Kollege der offensichtlich auf der Suche nach einem großen Freund war, Heuschrecken haben aus den Palmen Geräusche von sich gegeben als wäre Bombenalarm und die unangenehmen Freude von der Moskito Fraktion gehören hier zur Tagesordnung.

Lektion Nummer 3 – Auf Inseln ändert sich das Wetter schnell. Plötzlich zogen dunkle Wolken auf die die Umgebung in eine kontrastreiche Anmutung einfärbten.  Thunder in paradise

Am Nachmittag bin ich dann mit dem Vater der Familie die die Anlage hier betreibt nach down town gefahren. Down Town – also da wo die Full Moon Partys stattfinden ist der südliche Zipfel von Koh Phangan. Wenn ich es stilisieren sollte dann würde ich sagen der südliche Zipfel ist Malle, der Westen ist Kreuzberg und der Rest ist Urban. Zur Full Moon Party, so hat mir der Vater der Famile verraten, kommen bis zu 100.000 Menschen auf die Insel. Das ganze dann einmal im Monat. Für das typische Touristenherz gibt es hier alles und das ganz sicher mindestens 5-10 mal.

Haad Gruad Beach liegt nordwestlich und ziemlich weit ab vom Schuss. Ohne Motorroller geht hier nix. In den letzen Wochen hat es sehr viel geregnet. Schon gestern bei der Ankunft hier war mir klar das die „Straße“ dier hier zum Geländer führt recht zerklüftet ist. Von einer asphaltierten gut befahrbaren Straße wird es für eine Strecke von ca. 4 km eher unbefestigt und bei der Einfahrt heute musste ich unmittelbar wieder an Dschungel denken.  Da mit dem Roller hoch und wieder runter würde den Herren der Schöpfung sicherlich größten Spaß bereiten, bei mir machen sich hier eher Prinzessinenallueren breit. Da ich am Freitag meine nächste Etappe antreten muss bin ich gespannt wie meine Entscheidung fallen wird. In jedem Fall ist es hier am Haad Gruad Beach super ruhig, völlig natürlich, tolle Menschen und ich bin sicher bei Sonnenschien eine totale Oase. Ich hoffe der Gott des Donners wird morgen milde gestimmt sein. Drückt mir die Daumen 🙂

 

 

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