Flughäfen – endlose Warteschlangen in modernen Gebäuden.
Die Frage die mich am meisten beschäftigt hat vor der Abreise war – geht mein Rucksack als Handgepäck durch? Laut diversen Blogs, den offiziellen Maßen und dem vergleich mit den Flugbestimmungen dürfte es eigentlich keine Probleme geben. Am Check-In nun gewissheit! Der Rucksack geht durch. 1,2 kg Übergewicht das ich auf anraten der Dame am Check-In noch in meine Handtasche verlagern soll. Also alle Flüssigkeiten in die Handtasche. Diese müssen ja eh gesondert an der Sicherheitskontrolle vorgezeigt werden.

Wieder warten an der Sicherheitskontrolle. Fehlende Sitzgelegenheiten verleiten ich dazu mich auf dem Boden platz zu nehmen. Symbolisch mache ich ein Foto von den Füßen der wartenden Menschen vorm Sicheheitscheck, telefoniere ein letztes mal mit der Heimat bevor es dann über die letzte Hürde geht. Keinerlei Probleme! – nicht mal das Fläschchen Augentropfen, dass in meiner Handtasche statt in dem 1L Plastikbeutel ist, macht Probleme. Irgendwie macht man sich doch immer viel zu verrückt.

Endlich in der letzten Warteschlange für den Tag angekommen gilt es nun die noch letzte verbleibende Stunde vor dem Abflug zu überbrücken. Es ist ein bunt gemischter Haufen Menschen der mit mir gemeinsam auf den Abflug wartet. Da ist die moderne Hippi Familie inklusive Kind, die ihren Standort sicherlich auf Koh Phangan haben werden. Die junge 20-jährige Niederländerin die auf Ihrer ersten großen Reise auserhalb Europas ist und für die nächsten 5 Monate durch Süd-Ost-Asien reisen wird. Die gruppe mittvierzieger Männer die als 4er Gruppe reisen und für die nächsten 3 Wochen nochmal im Jungesellen dasein schweben möchten und die ungleichen Paare bestehend aus einem älteren Mann und asiatisch wirkender Frau an der Seite, die auf Heimatbesuch sind. Gelegenheiten unserer WG-Challenge nach zu kommen gab es genau 3 mal. Es gilt möglichst viele Fremde kennnezulernen und diese mit einem Beweisfoto zu dokumentieren. Irgendwie war ich aber zu müde um nach den Fotos zu fragen.

Nach einem etwas anstrengendem Flug bin ich sicher und wohlbehalten in BKK (Bangkok) angekommen. Mein Flug wurde von 16 Uhr Nachmittags auf 24 Uhr Abends verlegt. Die reine Flugzeit von 11 Stunden sollte also eine kurze Nacht werden und in den Sonnenaufgang führen. Da ich nicht wirklich gut im Flugzeug schlafen kann habe ich befürchtet ziemlich erledigt in BKK anzukommen. Angenehm reist man mit Eurowings nicht gerade. Ich bin ja nicht groß und der Bewegungsspielraum den man so zur Verfügung hat, geht gegen null. Ohne jemanden zu stören aufs Klo gehen – unmöglich.
Der Flug war gefühlt jedoch kurz. Wiedererwartend hab ich doch einige Stunden geschlafen. Etappenschlaf in Abschnitten von ca. 1 Stunde, die von Nackenschmerzen o.ä. unterbrochen wurden. Als die Restflugzeit ca. 4 Stunden angezeigt hat, wurden die Mitflieger so langsam alle wieder wach. Es ist interessant zu beobachten, wie sich die Menschen auf so einem Langstreckenflug verhalten. In den letzten 2 Stunden schaffen es nur noch die wenigsten auf Ihren Plätzen zu verweilen. Die aufkommende Unruhe kann nicht mal von wiederholten Ansagen des Kapitäns eingedämmt werden. Bei einer Restflugzeit von 1 Stunde ertappe ich mich dabei wie ich alle 2 Minuten auf den Höhenmesser schaue und sehnlich auf den Landeanflug warte.
Der Flughafen Bangkok liegt an der Küste. Der Flieger setzt seinen Kurs also über die Küstenlinie hinweg, um dann ca. 20km vor der Küste in einer Wende den Landeanflug zu finalisieren. Beim Blick aus dem Fenster kann man die anderen Maschinen fast im Minutentakt auf die Landebahn zu fliegen sehen. Es bleibt mir ein Rätsel wie die Piloten die Landebahn aus dem Cockpit ausmachen können. Ich seh sie jedenfalls nicht. Immer wieder ist es jedoch faszinieren, die Gebäude und Autos, Brücken und Straßen von Modelleisenbahnnieveau auf normale Größe wachsen zu sehen. Etwas unbeholfen setzt der Airbus Landebahn auf und das futuristische Gebäude des sehr modernen Flughafens von Bangkok rückt ins Bild.

Am Schalter der Immigration bekomme ich leicht schwitzige Hände, da ich weder einen Weiterflug noch 20.000 THB (thailändische Bath) in der Tasche habe. Glücklicherweise stand aber am Schalter neben mir ein Mann der sich so auffällig benommen hat, dass die Beamten voll damit beschäftigt waren statt mich nach diesen Dingen zu fragen. Nach der Passkontrolle versorgen ich mich als erstes mit Bargeld und einer SIM Karte. Thailand ist was die Versorgung von Touristen mit SIM Karten angeht ganz weit vorne. Für ca. 600THB (17€) bekommt man eine Tourist SIM mit 30 Tagen gültigkeit, 5 GB Datenvolumen, diversen Pre-Call Nummern um günstig ins Ausland zu telefonieren und anderen Vergünstigungen. Die Karte kann man später bequem via Internet mit mehr Daten oder Guthaben laden oder die Laufzeit verlängern. Nach einer ca. 20min. Taxifahrt die mich 500THB gekostet hat, komme ich an meinem Guesthouse an. BKK bei Nacht hat irgendwie was bedrohliches. Da ich sowieso von der Reise geschafft bin beschließe ich nicht noch die Gegend zu erkunden, sondern das ganze auf den nächsten Tag zu verlegen.
Erstmal schlafen ..juhuu
PS. Wer noch nicht genug gelesen hat dem Empfehle ich diesen kuzweiligen Artikel aus der SZ – Trump hat einen mächtigen Gegner herausgefordert: den Teufel persönlich.