Koh Chang und mein stayment permit

Die Fahrt zum Pier von Trat, von dem aus die Fähre nach Koh Chang fuhr lief relativ ereignislos ab. Alle Passagiere werden nach jeder Pause abgezählt und insgesamt wird während der Fahrt nicht viel gesprochen. Ankunft in Trat und Übergabe an den nächsten Transport Dienst der uns zum Pier gebracht hat. Die Fahrt war lang, aber das Wetter war gut und die ersten Eindrücke die die Landschaft bot erschienen verheißungsvoll. Die Überfahrt war schön und abgesehen davon das der Standard des Zimmers nicht dem entsprach was ich mir vorgestellt habe, war die Anlage ganz schön und hat mir den Abend mit einem Sonnenuntergang versüßt.

Dort angekommen und mit strengen Blick zum Warten aufgefordert, kam ich mir wie ein Schwerverbrecher vor. Genervt aber freundlich erklärte mir die Beamtin das ich Fotos und Fotokopien von meinem Ausweis bräuchte, ich aber nichts zu befürchten hätte und auch meine Rechnung zum 14.02 glatt aufgehen würde. Puh!! da war ich das erste mal seit Tagen erleichtert. Unentwegt hat man das Gefühl das die Thais einen für völlig bekloppt halten. Ich kann es Ihnen ehrlich gesagt nicht verübeln. Nach dem ich Fotokopien und Fotos besorgt hatte und wieder brav im Wartebereich platz gekommen hatte, kam ich dort mit einem Mann ins Gespräch. Dieser erzählte das er gar nicht mit bekommen hätte das er sein Visum schon 5 Tage überzogen hätte und, na ja, dann müsse er halt jetzt Strafe zahlen. Von Respekt keine Spur. Die Beamten waren von dem Fehlenden reichlich genervt, dafür zu mir aber um so freundlicher. Total happy habe ich das Büro mit dem alles entschiedenem Stempel verlassen und bin in eine Garküche um die Ecke um erstmal was zu essen. Das Immigration Office liegt in einem verschlafenem Fischerdorf. Offensichtlich ein nicht so doll von Touristen überlaufender Ort. die Dame der Küche war sehr nett, hat mir eine Top Nudelsuppe gezaubert und organisiert das mich die Tochter (?) zum Pier fährt. 140THB wovon ich bitte 100 der jungen Dame geben solle, sie würde sich freuen. Liebend gern, dachte ich mir und hab mich über den sehr günstigen Preis gefreut. Am Pier hatte mich leider direkt der Tourismus wieder eingefangen und ich musste mich in eine Schar von ca. 300 Backpackern im Durchschnittsalter von ca. 20-25 Jahren einreihen. Hatte ich gestern doch noch überlegt ob ich mich ggf. zum, bei Backpackern beliebten Lonley Beach umquartiere, warf ich diese Überlegung bei dem Anblick direkt wieder über Bord. Eine Entscheidung musste ich jedoch treffen, denn am nächsten Tag musste ich um 12 Uhr Pennys Resort verlassen.

Spontan habe ich 3 Nächte im Top-Resort gebucht das am White Beach auf Koh Chang liegt. Die Bewertungen die von richtigen Brötchen, echtem Kaffee und kleinem privatem Strand berichteten hatten mich überzeugt. Außerdem war ich immer noch leicht angespannt und sehnte mich danach endlich mal ein oder zwei Tage unbeschwert sein zu können. Ich könnte auch sofort Einchecken und müsse nicht bis 13 Uhr warten sagte mir der nette Mensch an der Rezeption. Eine schöne kleine Anlage mit sehr gepflegten Bungalows und Ambiente empfing mich. Mein Zimmer klein aber sehr fein war etwas abgelegen und mit Gartenblick. Es war ca 10:30 und Frühstück gab es bis 12 Uhr. Was für eine Wohltat. Baguettbrötchen, Käse, richtiger Kaffee, Butter, Obstsalat mit Jogurt und ein Blick aufs wunderschöne Meer. Klasse!

 

One night in Bangkok 

Bangkok hat mich bei der Landung mit Regen empfangen, diesen Umstand aber direkt wieder gut gemacht. Fliegen stand ja eigentlich nicht auf dem Plan, deshalb musste ich im Hinblick auf das Gepäck etwas einfallsreich sein. So war es diesem Umstand geschuldet, das meine Sneaker außen an meinem Rucksack befestigt waren. Ich war von den Ereignissen der Tage etwas erschöpft und wollte schnell in das vorgesehenen 4-sterne Domizil. Schon im Taxi angekommen müsste ich das Fehlen von einem meiner Sneaker feststellen. Zurück zum Gepäckausgabeband bzw. zu der Sicherheitskontrolle davor. „den sehe ich nie wieder“ schoß es mir durch den Kopf und war sehr positiv überrascht als keine 2 Min. Später der Sicherheitsbeamte mit meinem Schuh auftaucht. Der Taxifahrer war auch noch am warten und los ging die Fahrt in die große Stadt.

Als Hotel hatte ich mir die Windsor Suites ausgesucht. Sehr zentral gelegen, nicht weit zur Busstation von der ich am nächsten Morgen weiter musste, nicht weit zum Immigration Office wo ich mein Visum verlängern wollte. 4 Sterne und einen Tag Prinzessin sein, war meine hungrige Vorstellung, die leider nicht erfüllt wurde. Einschicken erst um 14 Uhr bei einem Preis pro Nacht der eher an roten Teppich erinnerte. Wenigsten durfte ich mein Gepäck in der Lobby lassen. Also ab zum Immigration Office.

Die Stadt hat mich völlig erschlagen. Laut, stinkend und unfreundlich. Das war mein erster Eindruck. Die Luft von den vielen Abgasen schon fast staubig beim Einatmen, eine Lautstärke die eine Unterhaltung beim Spazierengehen unmöglich macht und Menschen die sich gegenseitig nicht ansehen oder einem durchdringende Blicke zuwerfen wenn man sie ansieht. Die Seitenstraßen schienen fest aufgeteilt an die jeweilige Gruppe die dort wohnt und an den Zugängen zu den Straßen stehen streng blickende Männer die überprüfen wer man ist. Nach einigem Hin- und Her habe ich das Immigration Büro in einem riesigen Gebäudekomplex ausfindig machen können. Unwirklich war es im Inneren. Im Eingangsbereich musste ich mir einen Besucherausweis geben lassen den ich nur gegen Vorlage meines Ausweises bekommen konnte. Es war klinisch sauber im Gebäude und die Luft war runter gekühlt auf 21° Grad. Der Aufzug in den 32. Stock war steril und nur der Fernseher auf dem asiatische Werbung lief gab Geräusche von sich. Herr Wong vom Siam Legal Büro war nicht da. Ob ich überhaupt richtig sei, könne nur er mir beantworten. Mit diesem Wissen wurde ich in ein anderes Büro im 30. Stock geschickt. Eine sehr freundliche Damen, die sehr gut Englisch sprechen konnte hat dann mit Herrn Wong telefoniert. Er hatte zurück gerufen und mitgeteilt er sei grade im Immigration Office und er könne sich später mit mir treffen. Ob mir denn klar wäre das das Visum Geld kosten würde? Äh..ne war mir nicht wirklich klar. Also 1900 THB für das Visum und Herr Wong sei ja Anwalt, den müsste ich dann auch noch bezahlen. Ich erklärte das ich nicht der Meinung wäre das ein Anwalt von Nöten sei, denn es wäre ja mein gutes Recht das ich das Visum bzw. Staymet Permit verlängern lassen könnte. Die Dame unterstrich mein Unbehagen in dem sie mich darauf hinwies, es seien ja nur noch wenige Tage bis meine Aufenthaltserlaubnis auslaufen würde. Sie wäre sich da unsicher ob das dann noch klappen würde. Na schönen Dank!!

Ich habe mich aber nicht beirren lassen und dankend die Dienste von Herrn Wong abgelehnt. Auf dem Rückweg zum Hotel bin ich in einem italienischem Restaurant eingekehrt und habe einen Salat mit Käse, Olivenöl und Basamico Essig gegessen (Seit mehreren Tagen das beste was ich zwischen die Zähne bekommen hatte), abgerundet mit einem geeistem Kaffee Latte in einem Cafe die einem zum Getränk den WLAN Schlüssel servierten (Es gab außerdem Sitzplätze mit Steckdosen) konnte ich dann endlich in den Windsor Suits einchecken. Meine Suit war ebenfalls im 32. Stock und bot mir einen beeindruckenden Ausblick auf die umliegenden Häuser.

Die Suit selbst bestand aus einem Schlafzimmer, einem Salon und einem Badezimmer. Insgesamt machte das Hotel einen guten Eindruck. Nach einiger Recherche im Internet hab ich auch ein paar interessante Aktivitäten gefunden die ich hätte machen können. Irgendwie steckte mir aber der Schreck der letzten Tage so in den Knochen und ich hatte auch keine Lust unendlich viel Geld aus zu geben, also habe ich mich dagegen entschieden. Den frühen Abend hab ich also mit arbeiten verbracht, die ich zum Teil in dem italienschem Restaurant und zum Teil in dem Coffee Store erledigt habe, die ich mir am Vormittag schon angesehen hatte.  Auf dem Weg zum Restaurant war ich an einer Bettlerin vorbei gegangen, die im Regen mit Ihrer ca. 1,5 Jahre alten Tochter auf der Brücke saß, die ich überqueren musste. Ich verstehe unsere Welt einfach nicht. Warum baut man solche Städte? Wo unbezahlbarer Reichtum und bittere Armut so dicht nebeneinander sitzen? Warum zieht es uns in so ein Zentrum, wo nicht mal die Luft mehr atembar ist?  Meins ist es definitiv nicht und der Anblick der Frau mit Ihrer Tochter  hat mich zu einem schlechtem Gewissen ermahnt und mir schlagartig klar gemacht wie gut es mir eigentlich geht. 500 THB sind für sie sicherlich genug um davon eine Woche oder länger leben zu können. Ihr Blick war erstaunt als ich Ihr den Schein in die Hand gedürück habe. Auf halber strecke bin ich nochmal umgekehrt und habe ihr auch noch mein Regencape gegeben. Machts irgendwie auch nicht besser. Todmüde bin ich dann ins Bett und habe eine alptraumbehaftete Nacht hinter mich gebracht in der ich von Abschiebehaft und nicht bewilligten Visas geträumt habe. Hier noch ein paar Impressionen:

Run away from the float

Die letzten 10 Tage in Koh Samui waren leider weit von Traumurlaub entfernt. Bereits am 02.01 ging es mit leichten Regenfällen los, die sich vom 03.01 bis zum 05.01 in dauerhaften Starkregen verwandelt haben. Vom 05.01 – 07.01 waren die Hauptstraßen der Insel und auch der Flughafen gesperrt. In der Nacht vom 04.01 auf den 05.01 habe ich kaum geschlafen, da das Gewitter nachts so stark war, dass die Scheiben an der Terrassentür von meinem Bungalow geklirrt haben wenn der Donner erklang. Der Regen selber hat so viel Geräusch erzeugt das es die ganze Nacht laut war. Viellicht war es auch das Bewusstsein das dies nun schon die zweite Nacht in dem Ausmaß war, was mir den Schlaf geraubt hat.

Am Morgen es 05.01 habe ich mich mit einem Regenschirm auf den Weg gemacht und die nähere Umgebung um meinen Bungalow erkundet. Das Gelände, der Zufahrtsweg, die Straße und der angrenzende Fluss waren am Rande Ihrer Kapazität. Die Straßen zur Main Road nur noch mit einem 4-Weel Pick-Up zu erreichen. Eigentlich sollte ich mein Fahrrad heute abgeben. Glücklicherweise war der Besitzer des Ladens sehr nett und hat mir zugesagt, dass ich das Rad solange ohne Kosten bei mir behalten könne, bis die Straßen wieder befahrbar sind. Die Lady meines Hosts war im Gegensatz zu mir sehr Entspannt im Hinblick auf das Hochwasser, in meinem Kopf drängte ich nur der Gedanke auf so schnell wie möglich ein paar Vorräte einkaufen zu gehen, falls noch so eine Nacht mit regen dieses am nächsten Tag unmöglich machen würde. Gegen frühen Nachmittag beruhigte sich der Regen etwas und ich hab mich auf den Weg zum 7Eleven an der Hauptstraße gemacht. Die Straße war überflutet und ich musste ca. 80cm Wassertiefe durchqueren. Ein kleiner Bach war hier über das Ufer getreten und obwohl sich die Strömung schon beruhigt hatte, musste ich Schritt vor Schritt setzen damit es mich nicht wegspült. Trotz meiner Bedenken die die Gesamtsituation betrafen, machte sich Abenteuerfeeling in mir breit.

Nach meiner Rückkehr tauschte ich mich mit Hi-d aus, die ca. 4km westlich von mir beheimatet war. Es war schnell klar, warum die Lady meines Hosts so entspannt war. Bei Hi-D stand das Wasser ca. 1,30 m hoch. Die Straße nicht mehr für Fahrzeuge passierbar. Bewundernswert – Hi-d sah die ganze Situation wenigsten mit mehr Humor als ich selber.


Der 06.01 und 07.01 verliefen relativ Ereignislos. Bis auf einen Ausflug mit der Lady meines Hosts zum östlich auf der Insel gelegenen Supermarkt habe ich die überwiegende Zeit in meinem Bungalow verbracht und gearbeitet. Der Ausflug zum Supermarkt war in so fern spannend da wir auf dem Weg den Berg passieren mussten, den ich wenige Tage zuvor mit dem Fahrrad gemeistert hatte. Die Straße, die an meinem Besuchstag deutliche Spuren der starken Regenfälle aufzeigte, hätte meiner Ansicht nach komplett für Verkehr gesperrt werden müssen. Von der Linken drohte der Hang auf einen zu rutschen, von der rechten wurde die Straße unterspült und fing an an den Rändern weg zu brechen. Leider konnte ich von der Szenerie nur ein Foto beim Verlassen des Supermarkts machen, dass das gesehene untermalt.

 

Am 08.01 wurde der Regen wieder stärker und ebenso die latente Panik in mir. Ich konnte mich nicht mehr auf die Arbeit konzentrieren und der Wunsch die Insel zu verlassen nahm meine Gedanken ein. Wohin und Wie? Nach einiger Recherche hatte ich mich entschlossen nach Koh Chang zu fahren. Koh Chang liegt nordöstlich von Koh Samui aus. Meine Hoffnung liegt darin dort besseres Wetter vorzufinden. Die günstigste Möglichkeit dort hin zu kommen ist mit dem Nachtzug von Surat Thani nach Bangkok und von dort mit dem Bus nach Trat. Koh Samui -> Surat Thani sowie Trat -> Koh Chang dann jeweils noch mit der Fähre. Für den Nachtzug gibt es 3 unterschiedliche Klassen. 3. Klasse ganz normales Abteil mit Sitz, 2.Klasse Schlafwagen im Mehrpersonenschlafwagon, 1.Klasse im VIP Schlafabteil das man für sich allein hat. Die gesamte Reisedauer sollte ca. 20 Stunden betragen. Sicherlich Anstrengen dachte ich mir, aber sicherlich auch ein echtes Abenteuer.

Im Laufe des Tages wurde in den Nachrichten berichtet, dass die Überschwemmungen in Surat Thani mittlerweile so stark waren, dass dort auch die Züge in Richtung Norden nicht mehr fahren konnten. Für den 09.01 und 10.01 wurden Unwetterwarnungen raus gegeben, dass mit starkem Sturzregen zu rechnen sei. Das hat meinen Nerven absolut den Gar aus gemacht. Meine Recherche hatte ergeben das der Flughafen in Betrieb sei und so habe ich mich entschlossen den Weg nach Bangkok dann eben per Flieger zu absolvieren. Nach einigen Buchungsschwierigkeiten hatte ich also ein Flugticket nach Bangkok am 09.01 um 8:00 Uhr Abflugzeit. Obwohl die Lady meines Hosts nicht meiner Meinung war, hatte ich das dringende Gefühl die Reise Richtung Flughafen so schnell wie möglich anzutreten. Mit viel Überzeugungskraft habe ich sie schließlich dazu bewegen können mich mit dem Auto zu fahren. Die Eindrücke von der Main Road und den letzten Metern vorm Flughafen habe ich auf Video aufgezeichnet.

Die Lady hatte mich in einem sehr sehr einfachem Hotel direkt am Flughafen untergebracht. Kurz nach dem ich mich mit etwas Essen versorgt startete auch schon der von mir befürchtete Regen. Nach einer Stunde etwa wechselte der starke Regen in Sintflut und hört irgendwann in der Nacht auf. Mit der Dame vom Hotel hatte ich 6:30 Abfahrt vereinbar und war etwas überrascht als sie um 6 Uhr bei mir an der Tür klopfte. Sie wies Richtung Horizont und ich erblickte Wolken die den Eindruck machten das jeden Moment ein Sturm losbrechen würde. Zum Glück hatte ich schon gepackt und sofort startet die kurze Fahrt auf dem Scooter zum Flughafen. Eingecheckt war ich schon, aber Gepäck musste ich noch aufgeben. Am Schalter sagt mir die Dame das mein Flug eine Stunde früher fliegen würde. Gründe wurden nicht genannt. Als der Flieger abgehoben hat, bot sich ein beeindruckendes Wolkenbild. Die Bilder geben mein Gefühl, im letzten Moment den Fluten entkommen zu sein, beeindruckend wieder.

Schauen wir mal was Bangkok zu bieten hat.

Koh Samui Bang Po Hut and my new freedom

Ich kann nur jedem der mal nach Thailand reisen möchte empfehlen auf keinen Fall für mehr als 1-2 Nächte im voraus online zu buchen. Meine Unterkunft in Haad Gruad hatte ich über Agoda online gebucht und 15€ pro Nacht bezahlt. Bang Po Hut hatte ich über AirBnB gebucht für 16€ die Nacht. In Haad Gruad gab es für 15€ eine kleine Hütte, mit Ventilator und Dusche. Hier in Bang Po Hut habe ich nun einen kleinen Bungalow, mit King Size Bett, AirCondition, Kühlschrank, Badezimmer, Kabelfernseh, Terrasse mit einer Art Küchenzeile, Wasserkocher und täglichen Zimmerservice, sowie WLAN. Der Bungalow ist sehr modern, trocken und die Menschen hier sind sehr nett und hilfsbereit. Die ganze Anlage liegt leider nicht direkt am Meer sondern ca. 5-8 min bis zum Strand und insgesamt sind hier 8 Bungalows. Wow..hab ich das genossen hier in dem großen schönen Bett zu schlafen.

Am ersten Tag hier habe ich mich auf den Weg gemacht und alles was in fußläufiger Entfernung zu erreichen war angesteuert. Koh Samui hat ein ganz anderes Flair als Koh Phangan. Die Strände sind sehr, sehr lang und es geht recht flach ins Wasser. An der Promenade entlang führ die Hauptstraße die fast einmal komplett um die Insel führt. Auf der Seite zum Mehr hin reihen sich Bars, Hotels und Bungalow Anlagen eine nach der Anderen. Schlagartig wird einem die hohe Frequenz an Tourismus bewusst. Das Hauptfortbewegungsmittel ist auch hier der Motorroller. Ich hatte es ja schon erwähnt, aber ohne fahrbaren Untersatz geht einem von dem was es zu entdecken gilt viel verloren. Der Schatz des Ersten Tages hier war sicherlich die Marianne Bar. Ich war zu Fuß Richtung Strand und habe dort dann für die Richtung Westen entschieden. Die Marianne Bar stach mir sofort ins Auge. Klein, Handgemacht, Gemütlich, netter Reagge und Marianne. Marianne, eine Frau aus der Schweiz, hatte vor 3 Wochen Ihre Zelte in Deutschland abgebrochen und hat den Sprung nach Thailand gewagt. Hier betreibt sie nun mit Ihrem Lebenspartner eine kleine Strandbar. Die Marianne Bar. Es tat gut mal ein paar Worte in der eigenen Sprache wechseln zu können und Sympathie war sofort da.

Am nächst Tag habe ich den Weg am Strand Richtung Osten eingeschlagen. Da ich nur 3 Nächte im Bang Po Hut gebucht hatte, wollte ich schauen ob ich ein neues Host finde. Der Weg am Strand entlang war schön und wieder wurde ich am Ende des Weges mit dem Auffinden einer weiter kleinen Bar belohnt. Diese war mit so viel liebe zum detail dekoriert und gebaut worden das man sich wie in einem Zaubergarten fühlte. Auf dem Rückweg hab ich einen Shop entdeckt der richtiges Brot und Käse verkauft hat, allerlei witzige Figuren sind mir begegnet und es war klar, ich kann mich nicht länger vor dem Roller fahren drücken. Gesagt getan hatte ich die junge Dame die das Bang Po Hut betreibt gebeten mir einen Roller aus zu leihen. Ich weiß nicht wieso ich mich so angestellt habe, aber meine ersten Fahrversuche liefen eher nicht so toll. Da die Preise für Übernachtungen auf Koh Phangan über Neujahr bis zu doppelt so hoch sind, hatte ich entschieden Neujahr auf Koh Samui zu verbringen. Also noch ein paar Tage Zeit das Problem mit der Mobilität zu lösen. Meine großartige Mama hat mich dann auf die Idee gebracht mich nach einem E-Bike um zu schauen und tatsächlich gab es ca. 8km vom mir entfernt einen entsprechenden Verleih. Nix wie hin und ein E-Bike zur Wochenmiete von 1400 THB (ca. 34€) erworben. Die Miete ist, kaum zu glauben, etwas teurer als wenn man einen Roller mieten möchte, diese liegen bei ca. 200 THB pro Tag. Die neu gewonnen Freiheit war es auf jeden Fall wert. Komischerweise überschlugen sich ab da die Ereignisse fast. Hatte ich in den letzten 2 Wochen eher vergeblich nach Interaktion mit anderen digitalen Nomaden gesucht, ergab es sich nun plötzlich das sich mir die Möglichkeit eröffnete hier für 2-3 Wochen an einem Marketing Projekt mit zu arbeiten, das von einem internationalen Team geleitet wird. Spitze dachte ich mir und gleich am nächsten Tag ergab sich über Gruppe bei Facebook ein Treffen mit anderen digitalen Nomaden hier auf Koh Samui. Yeah! Endlich bewegt sich was und der Jahreswechsel kann kommen 🙂

 

Bye bye Haad Gruad, Hello Koh Samui and merry christmas by the way

Den Weihnachtsabend habe ich ganz ruhig verbracht, bin sehr früh schlafen gegangen und habe mich auf den Perspektivwechsel am nächsten Tag gefreut. Highlight war der Chat mit zu Hause, der doch auch ein kleines wehmütiges Gefühl in mir entfacht hat. Belohnt wurde mein frühes zu Bett gehen am nächsten morgen um 7. Ich war grade aufgewacht, wollte mich ein paar Minuten ans Meer setzen, da finde ich am Strand den Weihnachtsmann vor, der grade ein paar Selfies von sich macht. Er stapfte an mir vorbei in Richtung Restaurant, wo eine zum Weihnachtsbaum umfunktionierte Palme stand unter der ein Haufen Geschenke lagen. Insbesondere die Weihnachtsbaumspitze und das der Weihnachtsmann barfuß unterwegs war, haben dieses Weihnachten irgendwie doch unvergesslich gemacht.

Es schmerzt ja meistens wenn der Abschied da ist. Die Haad Gruad Beach Bungalows sind aus meiner Sicht ein kleiner Geheim Tipp. Der kleine Strand ist privat und man hat total seine Ruhe dort. Das Essen was täglich frisch von der Familie gekocht wird ist großartig und die vorgelagerten Riffe am Stand laden zum Schnorchel ein. Der Regenwaldcharakter lässt einen erahnen wie Koh Phangan ohne Tourismus mal ausgesehen haben muss. Die Herzlichkeit und Offenheit der Familie war bemerkenswert und man fühlte sich sofort als Teil der Familie. Luxus hat man hier nicht zu erwarten, dafür aber essential live.

Womit ich nicht gut klar gekommen bin, war die hohe Luftfeuchtigkeit. In der Luft hat sie mich wenig gestört, aber das diese auch durchdringend in allen Klamotten, Matratzen und Decken vorhanden war hat mir, so als Prinzessin, ganz schön was abgefordert. Definitiv managable, aber die Aussicht dem zu entkommen hat mich doch auch gefreut. Gegen 15 Uhr hat Kadjahn (Vater der Familie) uns ( mich und den Rest der Gäste) in seinem PickUp mit genommen. Wie es sich in Thailand gehört, fährt man im PickUp hinten auf der Ladefläche mit. Ich musste zum Pier und der Rest der Gruppe wollte einen Wasserfall besuchen. Keine Ahnung ob es am Fahrtwind lag, aber mir war die Fahrt schon fast ein wenig zu rasant. Insbesondere das wohl der 4 kleinen Mädchen die sich die Fläche im Beisein Ihrer Eltern mit mir geteilt haben hat mir sorgen bereitet. Zack, mein mütterliches Herz. Am Pier angekommen, musste dann alles recht fix gehen, weil ich schon spät dran war. Zu beobachten gab es ein Schauspiel wie Eis auf ein Schifferboot geladen wurde. Ähnlich wie das fahren mit dem PickUp, machte mir diese Szene klar, dass hier einfach andere Bestimmungen gelten als bei uns. Die Fähre hatte ein Fahrzeit von ca. 20 min. und während der Fahr setzte die Dämmerung langsam ein. Als ich mein neues Domizil erreicht hatte war es schon dunkel, so dass ich nicht direkt Fotos machen konnte. Hauptsache Essen 🙂

 

Secret Beach

Nach dem ich gestern wirklich den ganzen Tag bis spät Abends nur gearbeitet habe, hatte ich mir fest vorgenommen heute die Gegend zu erkunden. Am 25ten muss ich mir sowieso einen neuen Schlafplatz suchen und dazu wollte ich heute die ersten Infos einholen. Am morgen war es noch recht bewölkt. Meinen ersten Kaffee hab ich mit Blick auf das Meer genossen, als plötzlich ein unbekannter Mann auf dem Gelände auftauchte. Hoche – spanischer Kameramann, der aktuell für die spanischen Nachrichten in Beijing arbeitet, war grade auf der Insel angekommen und auf der Suche nach einem Heim für eine Nacht. Wir kamen ins Gespräch und er hat sich die Bungalows hier in Haad Gruad angesehen. Er war mir dem Motorroller unterwegs und ich berichtet ihm das ich von einem „secret beach“ gehört hatte der etwas weiter im Süden liegen sollte. Laut Google Maps sollte es dort auch 2 Bungalows geben und ich konnte Hoche davon überzeugen sich dort um zu schauen und mich mit zu nehmen. Was mir sehr imponiert hat war, dass Hoche die gezwungene Pause die durch ein kurzes Gewitter eingelegt werden musste, zum Schwimmen im Meer genutzt hat. Er meinte es wäre besonders schön im Regen im Meer zu schwimmen und ich habe das auf die Liste mit den – muss ich umbedingt mal machen – Sachen geschrieben. Nach dem der Regen abgeklungen war, bin ich auf den Roller hinten drauf gesprungen und wir sind Richtung Süden gefahren. Die Fahrt dauerte nur ein paar Minuten, aber die vielen Hügel und teilweise in Serpentinen geschwungen Straßen sind fürs Motorroller fahren wie gemacht. Als wir den Eingang zum Secret Beach gefunden hatten fing die Sonne an zu scheinen und der Strand mit seiner Bar und den 2 Bungalows sah perfekt aus.

Hoche hat der Strand auch gefallen, allerdings meinte er dass abends sicherlich viel los ist dort und da er erst 2 Stunden geschlafen hatte, wollte er mehr in den Norden und dort einen ruhigen Bungalow suchen. Ich hab mich entschlossen dort zu bleiben. Mit einem guten Buch und zwischendurch einen Mojito hab ich den Tag dort gut ausgehalten. Den Rückweg bin ich ein Stück gelaufen um mir die Bungalows auf dem Weg an zu sehen. Man kann es drehen und wenden wie man will – ein Motorroller ist einfach ein MUSS. Es gibt so viel zu Entdecken.

Zurück in Haad Gruad hab ich die Ruhe die man hier hat doch sehr genossen. Das Essen ist einfach super lecker, die Menschen hier sind so lieb, das Internet ist top, der Strand ist schön. Da ist der kleine Sonnenbrand den ich mir unterwegs vom Secret Beach eingefangen habe und die paar Moskitostiche schnell vergessen. Und zack..schon ist wieder Sonnenuntergang….

Thunder in paradise

Zugegebenerweise bin ich in der ersten Nacht hier in meinem Mini-Bungalow recht oft wach geworden. Die hohe Luftfeuchtigkeit, die ungewohnten Geräusche, die stürmische Brandung, aber vor allem die Angst davor die Augen zu öffnen und festzustellen das mein Gegenüber 8 davon hat und die gleiche Anzahl Beine hat mich doch etwas Mühe gekostet. Die Spannung wie sich das Gelände aber bei Tageslicht darststellen würde hat überwogen. Ich war total gespannt was ich am heutigen Tag so erleben würde und brannte darauf die nähere Umgebung zu erkunden. Mein Enthusiasmus wurde leider durch das Wetter etwas ausgebremst. Schon am frühen Morgen war es leider, leider, leider schon bewölkt. Die ersten Fotos von dem Gelände hier sind trotzdem schön geworden. Hier ein paar Impressionen:

Mein sehr bescheider kleiner Bungalow ist mit Dusche, Toilette, Waschbecken, Bett und Ventilator ausgestattet. Es ist sehr, sehr einfach gehalten und auch gestern nach meiner Ankunft habe ich überlegt ob ich doch nach einem Upgrade frage.  In meiner kleinen Prinzessinenwelt hatte ich mir das ganze doch etwas komfortabler vorgestellt. Aber: Wenn man Thailand ursprünglich erleben möchte, wäre dann der von mir angestrebte Komfort überhaupt möglich? Eher nicht. Außerdem finde ich es ja auch immer recht spannend zu schauen was so mit einem passiert wenns mal nicht so läuft wie man es sich vorgestellt hat. Zu einem tropischem Klima gehörten Luftfeuchtigkeit und Insekten eben dazu. Das wurde mir insbesondere dann klar, als ich einen von den übrig gebliebenen Keksen essen wollte, die ich gestern für die Fahrt erworben hatte. Die Kekse waren in einzelnen Packungen zu jeweils 8 abgepackt. Als ich einen der Kekse aus der offnen Packung nehmen wollte, begrüßte mich statt einem leckeren Keks eine Schaar Ameisen.  Lektion Nummer 1 – Kein offenes Essen im Bungalow liegen lassen. Ein Stück von dem Keks hab ich draußen auf meiner Mini-Terasse platziert. Lektion Nummer 2 – Wenns draußen interessant ist kommen die nicht rein. Ich bin gespannt wie lange es wohl dauert bis der Keks weg ist? Neben den Armeisen sind mir noch andere Lebewesen begegnet. Das waren 2 Eidechsen die beim öffnen der Vorhänger unter die Deckenverkleidung gehuscht sind, ein Kollege der offensichtlich auf der Suche nach einem großen Freund war, Heuschrecken haben aus den Palmen Geräusche von sich gegeben als wäre Bombenalarm und die unangenehmen Freude von der Moskito Fraktion gehören hier zur Tagesordnung.

Lektion Nummer 3 – Auf Inseln ändert sich das Wetter schnell. Plötzlich zogen dunkle Wolken auf die die Umgebung in eine kontrastreiche Anmutung einfärbten.  Thunder in paradise

Am Nachmittag bin ich dann mit dem Vater der Familie die die Anlage hier betreibt nach down town gefahren. Down Town – also da wo die Full Moon Partys stattfinden ist der südliche Zipfel von Koh Phangan. Wenn ich es stilisieren sollte dann würde ich sagen der südliche Zipfel ist Malle, der Westen ist Kreuzberg und der Rest ist Urban. Zur Full Moon Party, so hat mir der Vater der Famile verraten, kommen bis zu 100.000 Menschen auf die Insel. Das ganze dann einmal im Monat. Für das typische Touristenherz gibt es hier alles und das ganz sicher mindestens 5-10 mal.

Haad Gruad Beach liegt nordwestlich und ziemlich weit ab vom Schuss. Ohne Motorroller geht hier nix. In den letzen Wochen hat es sehr viel geregnet. Schon gestern bei der Ankunft hier war mir klar das die „Straße“ dier hier zum Geländer führt recht zerklüftet ist. Von einer asphaltierten gut befahrbaren Straße wird es für eine Strecke von ca. 4 km eher unbefestigt und bei der Einfahrt heute musste ich unmittelbar wieder an Dschungel denken.  Da mit dem Roller hoch und wieder runter würde den Herren der Schöpfung sicherlich größten Spaß bereiten, bei mir machen sich hier eher Prinzessinenallueren breit. Da ich am Freitag meine nächste Etappe antreten muss bin ich gespannt wie meine Entscheidung fallen wird. In jedem Fall ist es hier am Haad Gruad Beach super ruhig, völlig natürlich, tolle Menschen und ich bin sicher bei Sonnenschien eine totale Oase. Ich hoffe der Gott des Donners wird morgen milde gestimmt sein. Drückt mir die Daumen 🙂

 

 

Phuket -> Koh Phangan

Der Nacht war kurz, da es ziemlich heiß war und ich deshalb nicht richtig schlafen konnte. Überorganisiert wie ich bin, bin ich schon um halb sieben aufgestanden, damit ich bis zur Abfahrt um 8 Uhr vom Hotel noch in Ruhe einen Kaffee trinken konnte. Kaffee kommt hier aus der Tüte und wird mit heißem Wasser aufgegossen. Gleich nach meiner Ankunft hatte mich das direkt an meinen Aufenthalt auf den Malediven erinnert bzw. das echter Kaffee eins der Dinge war die ich dort vermisst habe. Pünktlich um 10 vor 8 war ich im Office des Hotels, habe meinen Schlüssel abgeben und nach meinem geordertem Faher gefragt. Fahrer? – Der Mensch im Office wusste von nix. Dabei hatte ich direkt nach Ankunft und gestern den Genannten bestellt. Der Mensch im Office hat den Gewünschten angerufen und mir mitgeteilt, er würde in 30 min erscheinen. 30 min? Das wäre sehr knapp und ich bat darum das zu beschleunigen. 15 min. war dann das Arrangement, was mich nicht berruhigt hat. Laut Google Maps 59min Fahrzeit, laut Mensch im Office 1,5 Stunden wegen Traffic Jam. Mein grade gelerntes Matra von unzuverlässigkeit wurd schnell eines besseren belehrt. Der Gewünschte erschien nach den genannten 15 min und begegnete mir mit einem Lächeln das es mir unmöglich machte ungehalten zu sein. Der Linksverkehr, die Fahrweise und die Einreise nach Phuket Town erschlugen mich etwas. Werbeplakate so groß wie Häuser, eine endlose Aneinanderreihung von typisch thailändischen Shops, wirre Stromkabel und eine atmosphäre die ein Lied vom schnellen Aufblühen neuer Geschäfte und deren plötzlichen und unmittelbaren Verfall erzählt.  Auf dem Weg hat der Gewünschte sogar noch eine Pause eingelegt und trotzdem sind wir überpünktlich am Busterminal angekommen.  Neues Matra – hier läuft alles ganz gechillt und deshlab hieß es dann erstmal warten. Punkt 10 Uhr ist der Bus dann los. Das ich etwas vom Land sehe, hatte ich mir von der Fahrt versprochen. Die führte zunächst durch die eher industriell geprägte Weite von Phuket und dünnte sich nach und nach aus. Der Weg über die Autobahn wurde nur von wenig sichtbarer Zivilistation geprägt. Dafür bekommt man einen guten Eindruck wie das ursprüngliche Thailand mal ausgesehen haben muss. Tropisch! Palmen und sumpfige Ebenen, mit Wasserbüffeln  auf deren Rücken Vögel sitzen ziehen an meinem Busfenster vorbei.  Nach ca. 4 Stunden kommen wir am Pier zur Fähre an. Ein Speed-Katamaran für 400 Personen erledigt die Strecke in 1,5 Stunden. Erster Stop Koh Samui. Ich kann mit Massentourismuss ja so gar nix anfangen und so langsam beschleicht mich der Eindruck das ich mich grade auf dem Weg in eins der Epizentren dessen bewege. Next Stop Koh Phangan. Meine Unterkunft bewusst weit weg vom Partymekka der Full-Moon-Partys gebucht liegt am Ende einer sehr zerklüfteten Straße, die von Schlaglöchern, dem Regen der letzten Wochen und ihrer Benutzung Spuren trägt. Das Tuk-Tuk Taxi lässt mich oberhalb der Einmüdung raus und so maschiere ich im dunkeln die marode Straße runter ins Ungewisse.  Als ich um die Ecke biege, blicke ich in freundliche und willkommen heißende Gesichter. Erwartet werde ich auch und direkt zu meinem Bungalow geführt. Mein Bungalow liegt ca. 5-10m vom Privatstrand entfernt. Es ist einfach, aber ich fühle mich nach 10min  wie Robinson Cruoso!! Nach dem ich meine Sachen im Bungalow abgestellt habe bin ich zur Bar und habe was zu Essen bestellt. Tolles Essen!! Frisch gekocht, mit besten Zutaten und obwohl es scharf war (was ich nicht mag) super lecker!! Morgen früh mache ich Fotos, aber ich bin mir jetzt schon ziemlich sicher..hier halte ich es aus 🙂 Gute Nacht

Touchdown Phuket

Asien und zurück  – 60 Tage.  Am besten nur mit Handgepäck reisen, hatte ich in vielen Blogs gelesen. Also habe ich mir einen Osprey Farpoint 40 angeschafft. Ganz schön klein, war mein erster Eindruck und von der imaginären Liste im Kopf wurden direkt 5 Teile gestrichen. Hauptsache Internet, dachte ich bei mir,und habe mir neben dem Rucksack noch ein GlocalMe angeschafft. Dieser liefert neben einer integrierten Powerbank anbieterunabhängig, weltweit 4G Internet, sagt die Beschreibung. Dann mal ab zum Härtetest:  3 Uhr Aufstehen, 5 Uhr Zug, 11 Uhr Abflug, Köln – Phuket, 10:30 h, Airbus A330. Ich weiß gar nicht warum ich morgens Kaffe getrunken habe, wach war ich allemal. Die Zugfahrt war trotz Vorfreude irgendwie unangenehm. Ich hatte mir im Hinblick auf das „nur Hangepäck“ 2 Sweetjacken, ne Jeans und Sneaker angezogen, mit dem Hintergedanken in Asien nicht so viel mit schleppen zu müssen. Bei gefühlten -15 grad hab ich auf dem Bahnsteig ordentlich gefroren. Bahnhöfe vor 5 Uhr morgens wabern noch in den Aussuferungen der Nacht herum und wirken irgendwie trostlos und kühl. Die 3 Stunden Fahrt bis Köln füllte und leerte sich mit Menschen die wohl überwiegend zur Arbeit mussten und die trostlose Atmosphäre wird erst besser als der Zug Köln Hauptbahnhof erreicht. Am Flughafen angekommen ist zum Glück gar nix los und ich bin super fix am Gate. Der Airbus A330 steht schon da und ist mächtig! Noch die letzten Bugfixes machen, Famile anrufen und dann Einsteigen. Der Flug war echt ne Zumutung. Total

wenig Platz, die Flugbegleiter völlig planlos, und das Essen bäh!. Dafür der schneebedeckte Ural und Sonnenuntergang über den Wolken.

Zum Glück saßen nette Menschen um mich herum und das hat mich in meinem Gefühl „wir schon schief gehen“ bestärkt. Nach der Landung und einer schier endlosen Schlange an der Passkontrolle, hatte ich dann meinen Stempel im Reisepass. Vorm Flughafen erwartet einen dann ein großes Aufgebot an Taxifahrern und Anbietern. Ich fühlte mich zunächst etwas verloren. Die plötzlichen 28 grad, die hohe Luftfreuchtigkeit gepaart mit der Müdikeit vom Flug und dem dringenden Wunsch mein Hotel zu erreichen wirkten etwas durch. 3 Leute fragen, 3 Preise bekommen. 300 Baht hats dann gekostet. Egal – Hauptsache Bett.  Hier hat sich dann der GlocalMe direkt als Hauptgewinn erwiesen, denn ohne Internet wäre ich nicht an die Daten meines Hotels gekommen. Als das Taxi beim Hotel vorfährt sieht es ziemlich dunkel aus. Der Fahrer klopft beherzt an die Tür und ein junger Thailänder springt aus dem Schlaf gerissen vom Sofa und öffnet. Obwohl mein Zimmer noch nicht fertig war und ich auch erst um 6 Uhr hätte einchecken können, hat der junge Mann mir ein Zimmer zugewiesen. Ich war total froh und hab, nachdem ich ein Lebenszeichen nach Hause gesendet habe, direkt erstmal ein paar Stunden geschlafen. Nachmittags hat mir das GlocalMe dann nochmal echt geholfen. Am Montag gehts von Phuket nach Koh Phangan und die notwendigen Infos hätte ich ohne das GlocalMe wohl nicht rechtzeitig bekommen. Leider ist eine SIM Karte in Thailand zu bekommen nicht mehr ganz so einfach. Es gibt spezielle Karten für Touristen, diese gibt es aber nicht in jedem 7 Eleven Shop. Ich war jedenfalls super happy als ich meine endlich hatte. 7 Tage, 1,5 GB Daten, 100 Baht Guthaben für 299 Baht. Das sind so ca. 8€. Ziemlich cool!

Eigentlich wollte ich am Tag 2 nach Phuket Old Town fahren, hab aber etwas lange getrödelt morgens und außerdem hatte ich das Gefühl mich erstmal etwas an das Wetter gewöhnen zu müssen. Also habe ich die nähere Umgebung erkundet und dabei den Sirinat Nationalpark entdeckt. Kurz vor dem Park hatte ich eine Art Naturkundemuseem gesehen und deshalb hatte ich angenommen der Park sei eine Art Tierpark oder ähnlich. Tatsächlich war es aber ein sehr großes Areal Land das direkt am Meer zum Spazieren, Grillen, Schwimmen oder ähnlichem einlud. Ich hatte mir vorgestellt das der Strand wahrscheinlich nicht besonders groß, oder schön und von Mensch überlaufen sein muss. Ganz das Gegenteil war der Fall. Traumhafter Strand so weit das Auge reicht, so gut wie keine Menschen und außerdem sauber und tolles Wasser. YEAH!

Nach einem längerem Spaziergang durch den Sand habe ich in einem kleinen Restaurant eine Kleinigkeit gegessen, etwas geruht und 2 großartige Fruchshakes getrunken (Wassermelone und Kokos). Danach bin ich in Richtung Einflugschneise. Ja es ist echt kaum zu glauben, mitten in diesem traumhaften Landabschnitt liegt die Einflugschneise des Flughafens. Ich bin ganz bis dorthin gegangen wo die Flieger rein kommen, aber es sah auch aus der Entfernung schon gewaltig aus. Das musste ich, im Gedanken an meine Onkel und Cousins, natürlich festhalten.

Nach dem Besuch im Nationalpark war ich das erste mal in einer orginal thailändischen Garküche. Es gab Nudeln mit Gemüse und Ei, dazu geeisten grünen Tee (60 Baht).  Das sehr spezielle Flair hat dafür gesorgt das ich das erste mal das Gefühl hatte in Thailand angekommen zu sein. Ich bin gespannt was mich morgen erwarten wird. Um 8 Uhr werde ich von hier zum Bus Stop nach Phuket Old Town gebracht. Dort startet um 10 Uhr ein Bus richtung Suratthani und von dort aus mit der Fähre nach Koh Phangan.  7 Stunden solls dauern. Ich hoffe das ich morgen früh noch ein paar Eindrück von Phuket Old Town erhaschen kann bevor es losgeht. So schnell ins Bett – gute Nacht 🙂

Resume II

Der Abflugtag hatte dann noch einiges an Überraschung bereit. Zum einen ergab sich die schöne Gelegenheit das ich Chritiana und Frank noch mal getroffen habe. Kurz nach meiner Ankunft am Flughafen bekam ich eine SMS, die mir übermittelte, dass ich die beiden um wenige Minuten am Fährterminal verpasst hatte. Das Boot der beiden lag dort im Hafen. Kurzentschlossen haben die beiden sich einen Motorroller geliehen, um mich am Flughafen treffen zu können. Darüber habe ich mich sehr gefreut, da der Abschied am Samstag durch die eilige Abreise nicht möglich war. Das sich nun dieser Zufall ergab, ließ mir Tränen in die Augen steigen. Noch merkwürdiger wurde dieser Zufall untermalt, als plötzlich mein Flug abgesagt wurde. Ich persönlich fand das ganz ok, da ich nun noch etwas mehr Zeit mit Chtisiana und Frank hatte und die Flugzeit sowie etwas ungünstig gewesen wäre. Die 130 anderen Fluggäste sahen das leider anders. Wie das denn sein könnte und was für Unannehmlichkeiten das nun bedeuten würde. Ein echter Kulturschock nach 6 Wochen mit gechillten Menschen. Wir wurden in ein Ressort am anderen Ende der Insel gekarrt und jede Partei hat einen eigenen Bungalow inkl. Vollverpflegung bekommen. Keine 5 Sterne aber absolut ok. Das Gemecker meiner Mitreisenden hat mit einiges an Gelassenheit abgefordert und kann nur nochmal feststellen das mir die Gedanken und Bedürfnisse des Pauschalurlaubers ein Rätsel bleiben werden.

Gegen Abend ereilte mich dann nach und nach der herannahenden Tot meiner Oma, der mir in den nächsten Tagen begegnen würde. Ein Kapitel das hier nicht beschrieben werden wird aber der Abschluss dieses Berichts sein soll. Auf Bald

Resume I

Es kann kaum ein Zufall sein, daß es in keiner Sprache der Welt die Wendung schön wie ein Flughafen gibt. Flughäfen sind häßlich!

heißt es im Roman von Douglas Adams – Der lange dunkle Fünfuhrtee der Seele – und ich kann dem nur zustimmen. Flughäfen sind nich dafür gemacht sich bei Ihnen  aufzuhalten, sie sind dafür gemacht sie zu verlassen. Flughafen Kos – 4 Stunden bis zum Abflug! Zeit für ein kleines Resümee.

Die Dodekanes Islands Griechenland sind aus meiner Sicht auf jeden Fall eine Reise wert. Ein kleiner Kulturschock hat mich heute bei meiner Ankunft via Fähre in Kos ereilt. Alle Inseln die ich bisher besucht habe waren frei von überladenem Tourismus. Das wenige was ich von Kos gesehen habe wirkt leider wie das Gegenteil. Das Paradies der Kite Surfer wird Kos genannt. Gemäß der aktuellen Windlage würde ich sagen das diese wahrscheinlich stimmt. Auf dem Weg vom Fährenterminal zum Busbahnhof sah ich eine endlose Aneinanderreihung von Restaurants und das erste mal seit dem ich hier bin, wurde ich angesprochen ob ich eintreten möchte. Die Fahrt mit dem Bus war visuell geprägt von einer überwiegend zugebauten Landschaft und dann weiter stadtauswärts eine Landschaft von All-Inklusive Hotels.  Der Flughafen gefüllt von Menschen in Eile und trotz all dieser Umstände finde ich in dem Restaurant, dass sich in direkter Gesellschaft zum Flughafen befindet, freundliche Mitarbeiter vor und akkurate Preise. Handy und Laptop auf dem Tisch liegen lassen inklusive Tasche – kein Problem!

Was ist also mein Rat wenn man die Inseln besuchen möchte? Nun mit dem Boot ist es sicherlich am schönsten, da einem hier die versteckten Buchten und Tavernen begegnen  die einem auf dem Landweg wahrscheinlich nicht auffallen würden. Hat man diese Möglichkeit nicht so rate ich zu folgendem:

  • Insel Hopping via Fähre ( http://www.12ne.gr/en/).
  • Motorroller leihen
  • Möglichst auf die andere Seite der Insel oder weg vom Hafen in den nächsten oder übernächsten Ort fahren.

Grundsätzlich empfehle ich alles, außer den Flug und ggf. die Fähre, vor Ort zu buchen. Man kann fast immer Handeln und das lohnt sich.

Mein Resümee zum digitalen Nomadentum:

  • Gepäck  auf ein minimum reduzieren.
    • Shampoo, Duschgel, etc. bekommt man vor Ort
    • Man kann fast überall waschen.
    • W-Lan ist fast überall möglich.
  • Einen ultrakleinen, leichten und wenig Platz verbrauchenden Schlafsack anschaffen.
  • Einen mobilen Router anschaffen
  • Einen möglichst leistungsfähigen aber kleinen W-Lan Verstärker anschaffen.
  • Ein gutes Messer mitnehmen.
  • 4 Wäscheklammern einpacken
  • Kaffe schmeck auch ohne Milch.

 

 

 

 

Panteli, schwimmen und Aqua Marina

Der Freitagmorgen startet für mich unschön, da mich eine ernste private Nachricht erreicht hat und ich gegebenenfalls meine Reise abbrechen muss. Nach dem ich also den Vormittag damit verbracht habe nach Rückreisemöglichkeiten Ausschau zu halten, hat Christiana mich mit Ihrem Besuch und der Einladung auf Ihr Boot glücklicherweise auf andere Gedanken gebracht.

Das Boot von Christina und Frank lag nun schon länger als geplant in der Werft. Es waren mehrere Problemstellen identifiziert worden, die zunächst behoben werden mussten, bevor das Boot ins Wasser kann. Zwei Tage zuvor sollte der große Moment eigentlich stattfinden, aber beim Einlassen des Bootes ins Wasser ist ein weiteres Leck aufgetaucht. Durch die Umstände ähnlich wie ich ans Land gebunden traf sich die Gelegenheit etwas Zeit miteinander zu verbringen. Christiana und Frank (N.Y.) hatten meine Sympathie sowieso schon gewonnen. Beide sehr warmherzig, witzig, offen und charmant schafften es durch ihre bloße Anwesenheit mich den Kummer des morgens und die schon etwas anstrengende Situation an Bord schnell vergessen zu lassen. Am Abend zuvor hatten wir überlegt mit Fahrrädern nach Panteli zu fahren wo es einen schönen Stand geben sollte. (Ich hatte zugegeben das ich in den vergangenen 3 Wochen noch nicht ein einziges mal schwimmen war :-)). Da ich aber kein Fahrrad dabei hatte und der Wind so stark war das ein schnelles Übersetzen mit dem Beiboot eher umständlich ist als hilfreich war, hat Christiana mich eingeladen ihr Boot zu besuchen. Soweit mein schlechtes Namesgedächtnis es zulässt ist das Boot von Christiana und Frank eine modernere Version eines Boots das durch eine traurige Geschichte populär wurde. Ein Mann der zwei junge Damen an Bord hatte geriet in einen Sturm. Die Damen wurden gerettet, der Eigner aber blieb an Bord da fälschlicherweise angenommen wurde er wäre vom Sturm ins Meer befördert worden. Das Boot wurde dann Wochen später unbeschadet viele Kilometer weiter aufgefunden. Von dem Eigner fehlte jedoch jede Spur. Die Unverwüstlichkeit des Bootes war der Grund für die Kaufentscheidung von Christiana und Frank. Ich war also gespannt dieses Boot zu sehen.  Mit ca. 12m deutlich kleiner als das Boot von Carsten fand ich es geradezu schnuckelig. Innen mit wunderschönem Teak ausgebaut, zahlreichen Staumöglichkeiten, einer kleinen Pantry und einer Achternkabine für 2 Personen perfekt für eine Tour als Paar. Passend zum Ende einer kurzen Plauderei rückte auf einmal der Kran an und der große Moment in dem das Boot ins Wasser kommt war da. Jetzt musste nur noch das Leck auch dicht sein, damit der Tour der beiden nichts mehr im Weg steht. Mit fest gedrückten Daumen habe ich den Vorgang beobachtet und tatsächlich verließen die beiden überglücklich wenige Minuten später den Hafen.

Gegen 7 Uhr haben wir uns erneut getroffen und Christiana und Frank haben mich mit dem Auto nach Panteli mit genommen. Panteli ist der nächst gelegene Ort von Lakki aus in nördlicher Richtung. Obwohl die Dämmerung schon fast einsetzte haben wir es uns nicht nehmen lassen einen kurzen Sprung ins Meer zu machen. Das Wasser war erstaunlicher weise sehr warm und kein bisschen unangenehm. Ich glaube zwar das die Menschen die in dem umliegenden Cafes saßen uns für völlig verrückt gehalten haben aber nach dem heißen und drückendem Tag tat es unglaublich gut schwimmen zu können. Trotz Salzwasser fühlte ich mich das erstmal seit Tagen in einer Form von sauber 🙂

Nach dem Besuch am Stand sind wir zu der Burgruine gefahren die man von Lakki aus oben auf dem Berg sehen kann. Leider war diese geschlossen, aber der Blick von dem Berg oben runter in die Bucht war toll. Christiana hat mir berichtet das vom Eingang der Burg aus schier endlose Stufen ins Dorf runter führen und es eine alte Dame gibt die an den geöffneten Tagen diese Stufen hoch geht um die Burg auf zu schließen und am Abend das Ritual wiederholt um die Burg wieder ab zu schließen. Der Blick von der Burg zeigte auf Aqua Marina und wir konnten das Restaurant sehen von dem Richard am Abend zuvor berichtet hatte. Das Restaurant direkt am Wasser gelegen wurde von einer alten Windmühle begleitet die untypisch in der Bucht errichtet worden war. Da wir alle nach dem Schwimmen hungrig waren, beschlossen wir dort einzukehren. Das Restaurant Mylos traditionell eingerichtet, mit einer exquisiten Auswahl an Speisen verwöhnte uns mit Decken, einen Backgammon Spiel und einem Kellner der uns in punkto Windmühle aufklären konnte. Der untypische Ort an dem sie errichtet worden war basierte auf der guten Strategie des ehemaligen Eigners. Er hatte erkannt das dort in der Bucht die besten Winde vorzufinden waren und der Transportweg des gemahlenen Guts unbeschwerlicher war als bei den Geschwistern auf dem Berg.

Sumasumarum ein wunderschöner Tag voll von Ereignissen genau das Richtige um die Sorgen des Morgens zu vergessen. Ich bin mir nicht sicher, aber da Christiana von Beruf Coach ist, habe ich vermutet das es einem Teil ihrer Profession geschuldet war das die beiden sich so lieb meiner angenommen haben. Aus dem Blickwinkel betrachtet muss ich meinen Hut vor dieser sanften Professionalität ziehen. Deshalb hinterlasse ich hier Ihre beruflichen Kontaktdaten:

Christiana Wall, MSW
Relationship Coach, PLC & NYS Certified Meditation
71 Fern Hill Rd. Ghent NY, 12075
Cell: (518)-755-4540
c.wall.email@gmail.com

Die letzten Tage an Bord waren für mich etwas anstrengend. Durch den starken Wind war das hin- und her von Land zum Boot und zurück eher beschwerlich. Viel Arbeit zwingt mich mehr oder weniger an Land, denn eine gute W-Lan Verbindung erleichtert das arbeiten sehr. On Top die etwas unterschiedlichen Lebensrhythmen von Carsten und mir und nun auch noch eine private Schwierigkeit haben mich zu dem Entschluss gebracht das es vielleicht besser für mich ist von Bord zu gehen. Da ich frühestens nächsten Dienstag oder Mittwoch zurück nach Deutschland kann, hatte ich überlegt mit der Fähre zurück nach Lipsi zu fahren und mir dort für ein paar Tage ein Zimmer zu nehmen. Die Aussicht eine Dusche, Platz, weniger komplizierte Wege, mehrere fußläufig erreichbare Strände und ein paar Tage um etwas zur Ruhe zu kommen sind eine attraktive Aussicht.  Christiana hatte vorgeschlagen am Sonntag mit allen drei Booten den Trip nach Lipsi gemeinsam zu unternehmen und dem Samstagabend in Panteli in der Paradiso Taverne zu krönen die jeden Samstagabend Livemusik anbieten. Sie war darauf gekommen da Adrian, der Mundharmonikaspieler der ein paar Tage zuvor mit ihrem Sohn gespielt hatte sie darauf hingewiesen hat. Ein Abend mit Tanz und Musik gefolgt von einem Segeltrip mit 3 Booten ist so ziemlich das Beste was ich mir als Abschluss dieser Reise vorstellen kann 🙂

Wanderparadies

Da das Wetter die letzten Tage aufgrund von starken Winden nicht zum segeln eingeladen hat, ergab es sich das ich Leros einwenig auf dem Landweg erkundet habe. Chistiana, Frank und Richard haben mir die Möglichkeit eröffnet an einem Ausflug zu den abgebauten Kanonenständen der deutschen Soldaten teilnehmen zu können. Die Geschütze waren am natürlichen Eingang der Bucht von Lakki platziert. Der Ort an sich schon beeindruckend bot eine wahnsinnige Aussicht, die an dem Abend leider durch den etwas bedeckten Himmel eingeschränkt war jedoch nicht minder schön. Die Schrauben der Geschützstände und die gesprengten Höhlen ließen erahnen was einst hier passiert sein muss und wie wichtig stark der Eingang der Bucht einst bewacht war. Wir entschieden eine etwas weiter oben gelegene Ruine näher zu erkunden und wurden dabei von einer Herde Ziegen begleitet. Der sich ankündigende Sonnenuntergang tauchte die Szene in ein sehr schönes Licht und rundete den Ausflug ab. Für Menschen die gern Wandern gehen sind die Inseln gerade zu ein Paradis. Ich habe geplant mir eine Route raus zu suchen und die Gegend mit dem Fahrrad zu erkunden sollte sich das Wetter nicht bessern. In jedem Fall war der Ausflug und die Bewegung genau das richtige nach dem ich die letzten Tage stets brav arbeitend an Land verbracht habe. Die Gesellschaft von Christiana, Frank und Richard hat sein übriges getan um den Tag zu erhellen und in Konversation mein Englisch zu verbessern. Was für tolle Menschen! Den Abend habe wir mit einem gemeinsamen Essen verbracht das gerade passend beendet war, denn als wir mit dem Beiboot das Schiff erreicht haben, setzten starke Böhen zwischen 25 – 30 Knoten ein. Bei den umliegenden Booten kam Unruhe auf und einige Boote mussten manövrieren und umankern. Mit geschaltetem Tiefenalarm der bei 4m Tiefe anschlagen sollte verlief die Nacht jedoch ruhig.

 

Endless kindness

Die Freundlichkeit der Menschen hier ist einfach unglaublich. Gestern hatte ich zwecks Arbeit ein Restaurant (www.lyxnari-leros.gr) besucht und das Paar, dass das Restaurant betreibt hat mich zutiefst beeindruckt. Zum einen fand ich total toll, dass die Speisen in ihrem Restaurant überwiegend aus dem eigenen Garten erzeugt werden, den ich besichtigen konnte. Katoffeln, Salat, Zwiebeln, Oliven, Orangen, Zitronen, Kräuter, Zuchini, Auberginen, Wein, Guave  und auch Hahn und Henne findet man dort. Bio total!  Darüber hinaus, fand ich innen ein paar Fotos von Zeichnungen die im 2. Weltkrieg von deutschen Soldaten gemalt wurden. Die Inhaberin hat mir erklärt das es ein Haus in Lakki gibt, in dem die Zeichnungen vor zu finden sind. Ein Überbleibsel der bewegten Geschichte der Stadt. Das Haus selber hat für die Einheimischen keinen großen Wert, aber das junge Paar des Restaurants sieht das anders. Die Geschichte der Stadt soll erhalten bleiben. Die schönen Art-Deco Bauten sind leider schon an vielen Stellen angegriffen und es ist wirklich traurig so viel schöne Architektur verfallen zu sehen. Also haben sie eine Initiative gegründet, die helfen soll die Geschichte der Stadt am leben zu halten. Hier ein Einblick in Ihre Arbeit dazu:

Neben den Bauten und dem Haus mit den Zeichnungen gibt es noch mehrere Zeitzeugen, die private Sammlungen zum Thema angelegt haben und die man auf Nachfrage besuchen kann. Leider sind die Schauplätze zu Fuß nicht so gut erreichbar. Obwohl man sich grade erst begegnet ist hat das junge Paar angeboten mich mit dem Auto zu den besagten Plätzen zu führen. Wow! Einfach toll! Ich freue mich schon darauf und hoffe dass ich dann auch die Villa von Mussolini und die alte Psychiatrie besuchen kann.

Am Nachmittag haben wir noch einen Spaziergang zu einem Museum für Kriegsgeschichte gemacht, dass aber leider geschlossen hatte. Draußen konnte ich einen Schnappschuss von einem ausrangiertem Starfighter machen konnte. F-104 – still one of the most beautiful aircrafts ever designed – der mit über 200 Abstürzen eine zweifelhafte Karriere in der Geschichte der deutschen Luftwaffe  absolvierte. (Einen Dank an meinen Onkel Rudi der dieses Hintergrundwissen liefern konnte ). Etwas was mir nun auch schon oft hier begegnet ist sind Ziegen. Die Ziegen in Griechenland haben oftmals große Areale in bergigen Gegenden zur Verfügung, sind überwiegend mit Glocken ausgestattet und so hört man beim gehen oft das klimpern dieser in den Wäldern. Ich denke das ist so das Ideal was ich mir an artgerechter Haltung vorstellen kann. Ich muss sofort an die Kinderserie Heidi denken wenn ich die Glocken höre.

Leros

Nach Samos und Lipsi sind wir nun auf Leros angekommen. Da Lipsi und Leros sehr nah beieinander liegen, haben wir die Fahrt unter Motor vorgenommen. Unser erstes Ziel war der Hafen beim Flughafen auf Leros. Dort sollten wir mit Richard, einem Segelfreund von Kapitän Carsten treffen, dessen Boot dort zu Wasser gelassen wurde. Punktlandung trifft es ziemlich gut, denn gerade als wir den Hafen erreicht haben, war Richard dabei die Segel zu testen und bereitete sich aufs ausfahren vor. Es war also nur ein kurzer Stopp und dann sind wir mit beiden Booten in Richtung Hafen Lakki los. Das erste mal unter Segeln stellte sich gleich ein ganz anderes Gefühl an Bord ein. Der Klang der Wellen, die Bewegung des Bootes  wirken sofort beruhigend. Da die Genua immer noch nicht richtig läuft hatten wir in Punkto Geschwindigkeit aber gegen Richards Boot keine Chance. Diesem Umstand soll aber in Leros der Gar aus gemacht werden und ich bin gespannt wie sich das Segelverhalten der Great Escape dann verändern wird. Nach ca. 1,5 Stunden sind wir dann in den Hafen von Lakki eingekehrt. Lakki eine Stadt mit ca. 1500 Einwohnern ist mit einem beeindruckendem natürlichen Hafen und einer beeindruckenden Historie gesegnet. Von 1912 – 1923 von Italienischen Truppen besetzt gab es nach der Kapitulation Italiens im zweiten Weltkrieg 1943 eine britische Übergangsregierung und wurde dann in einer blutigen Schlacht vom 12. – 16. November von deutschen Truppen zurück erobert. Dies spiegelt sich in der Architektur der Stadt wieder die in der Hafengegend viele Gebäude im Art Deco Stil aufweist. Weiterhin Bemerkenswert ist das in Lakki die größte psychiatrische Klinik Griechenlands zu finden ist. Zeitweise waren hier bis zu 2.700 Menschen untergebracht. Bei der Einfahrt in den Hafen konnte ich das alte Gebäude der Klinik sehen, dass in direkter Gesellschaft einer Villa die ehemals Mussolini gehörte steht. Nach dem Besuch der Duschen in der Werft, die ganz eindeutig die besten Duschen waren die ich bisher auf dieser Reise gesehen habe, haben wir uns mit Richard und einigen Freunden in einem Restaurant am Hafen getroffen. Wie es der Zufall so wollte war Daniel, einer der Gruppe die Richard begleitet hat, Musiker und schon durften wir einer Darbietung seiner Künste lauschen. Er spielt Banjo und singt. Nach zwei Songs gesellte sich noch ein Mundharmonika Spieler der Zufällig dort war dazu und ich fühlte mich wie im tiefsten New Orleans 🙂 Visit: http://www.oldsalt.us/

Lipsi

Obwohl ich Pythagorio recht charmant fand, so fehlte mir doch ein wenig das familiäre Flair das ich sonst vorgefunden habe. Ich war also gespannt was mich in Lipsi erwartet, eine kleine Insel die süd-westlich von Samos liegt. Leider war nicht genug Wind als das es sich gelohnt hätte die Segel hoch zu fahren. Das Wetter etwas bewölkt kutterten wir also mit ca. 6 Knoten in Richtung Lipsi. Die Fahrt führte uns vorbei an Aki, dass wir eigentlich zu erst ansteuern wollten, aber da das Wetter später noch mehr auffrischen sollte, hat Kapitän Carsten es vorgezogen in Lipsi an einer Muring anzulegen. Eine Muring ist ein großer Betonblock der auf dem Grund des Hafens liegt. Daran befestigt ist ein starkes Seil an dem die Boje festgebunden ist. Die Boje schwimmt und markiert so den Platz wo man das Schiff parken kann. Mit einem Bootsmannshaken muss man das Seil der Boje zu fassen bekommen und dann am Schiff festmachen. Das Manöver kann kompliziert werden, da ein Schiff ja nicht ruhig auf einer Stelle stehen bleibt. Klar war es meine Aufgabe das Seil der Boje zu fangen. Die Anfahrt klappte super aber leider kam ich nicht wirklich an das Seil und die Boje hat meine Seite des Schiffs passiert. Carsten hat es dann aber geschafft das Seil auf der anderen Seite einzufangen und gemeinsam haben wir das Schiff dann festmachen können.

Lipsi ist wunderschön. Eine kleine Gemeinde mit ca. 1000 – 1500 Menschen. Die Häuser traditionell griechisch in Weiß und Blau. Verwunschene Gassen, mit schnuckeligen Häusern, freundlichen Farben und wie so oft freundlichen Gesichtern. Absolut zum verlieben.

Der Hunger hat uns dann in eine kleine Pizzaria getrieben, wo es eine der besten Steinofenpizzas gab die ich jemals gegessen habe. Als Abschluss des Abends sind wir noch in einer urigen Fischerkneipe eingekehrt und haben eine Art Ouzo getrunken. Der Wind frischte stark auf und bei ordentlich Dünung ging es dann mit dem Beiboot zurück an Bord.

Am nächsten Morgen haben wir einen kleinen Gang zum Strand gemacht der in einer kleinen Schlucht gut windgeschützt liegt. Gleichmäßig abfallend liegt die Bucht da und die Farbe des Wasser sieht gerade zu einladend aus. Der Strand selber ist aus feinem Kies aber da die Saison noch nicht richtig begonnen hat, ist noch etwas Aufräumarbeit zu tun. Das hat dem malerischen Anblick jedoch keinen Abbruch getan und ich kann mir gut vorstellen das ein Urlaub hier sehr schön sein kann. Die Anbindung an die Fähren ist sehr gut, und da Lipsi ja nicht besonders groß ist, könnte man im Fall das man doch mal etwas mehr Trubel haben möchte mit der Fähre in einer guten Fahrzeit die umliegenden Inseln erreichen. Auch hier war das Auffinden von einem Cafe mit guter Internetanbindung gar kein Problem. Nach einigen Stunden Arbeit, wollte es der Zufall, dass ich Liz und Dave, ein britisches Paar, kennengelernt habe, die wie sie mir berichteten,  sich beim ersten Eintreffen auf Lipsi direkt so in die Insel verliebt haben, dass Sie dort ein Haus gekauft haben. Der Auftakt unseres Gesprächs war die Frage was eigentlich die Realität ist?! und es folgten Gespräche über die aktuelle Lage der EU und den möglichen Austritts von Großbrittanien, sowie die Lage der Flüchtlinge bis hin zu Immuntherapie im Kampf gegen Krebs. Wie sich herausstellte war ich durch Zufall auf regelrechte Prominenz in diesem Gebiet gestoßen, denn Liz war vor Ihrer Rente Professorin an der Universität London wo Sie mit Ihrer Forschung diesen Bereich entscheidend voran gebracht hat. Nebenbei war sie noch die einzige weibliche Professorin in dieser Zeit. Dave nicht weniger Interessant war vor seiner Rente Inhaber einer renommierten Marketingagentur im Zentrum von London. Eine sehr interessante Begegnung die wir gemeinsam mit einem traditionellem Ouzo abgerundet haben.

Samos Pythagorio

Nach einer Nacht vor Anker in Limnionas sind wir wegen dem Wetter weiter gefahren nach Pythagorio. Pythagorio ist nahe dem Flughafen auf Samos und eine etwas größere Gemeinde mit einem Hafen, einer Marina, vielen Bars und Restaurants und diversen Geschäften wo man dies und das bekommt. Verlockend sollen sich in der Marina schöne Duschen befinden auf deren Besuch ich mich freue. Leider stellt sich in einem Moment als die Möglichkeit sich anders zu entscheiden schon vorüber war heraus, dass die Duschen leider nur kaltes Wasser förderten. Strom oder andere Annehmlichkeiten fehlten leider auch. Also kalt duschen! Überlebt!

Als Entschädigung habe ich dann aber die Captains Bar gefunden, die mir neben top Internet auch eine Steckdose direkt am Tisch bot. Mein Spot, dacht ich mir so und hab den nächsten Tag dort arbeitend verbracht. Um diese zu erreichen musste ich morgens aber zunächst mal die Hürde allein mit dem Beiboot an Land zu fahren meistern. Paul der Schiffshund musste auch mit. Der 2,5 PS Motor am Beiboot hat kein Leerlauf. Die Herausforderung besteht also darin, so exakt wie möglich an den Steg zu fahren und den Motor nicht zu früh aus zu schalten. Als nächstes muss der Hund aus dem Boot und dabei darf man nicht den Halt am Ufer verlieren. Wenn man dann selbst aus dem Boot geklettert ist, den Rechner in Sicherheit gebracht hat, muss das Beiboot noch festgebunden werden. Der Tag an Land und das herumschlendern von einem zum nächsten Cafe hat mir zum ersten mal ein richtiges nomadengefühl vermittelt. Gegen Mittag habe ich die kleine Burg besucht die nahe des Hafens gelegen war und bin ein wenig durch das Dörfchen geschlendert.

Am Nachmittag wurde das Wetter immer heftiger und Wind mit ca. 24 Knoten kam auf. Das Wasser schoss an der Hafemauer hoch und die Fahrt mit dem Beiboot zurück zum Schiff war eher weniger angenehm. An Bord hatte ich es abends dann mit sogenanntem „Schwell“ zu tun. So nennt man es wenn das Boot vom Wind sehr stark von einer zur anderen Seite geschaukelt wird und man so beim einschlafen so seine Schwierigkeiten hat.

Samos, Limnionas

Heute morgen ging es dann endlich los. Leinen einholen und sachte ablegen. Bei Wind um die 8 Knoten war leider nix mit Segeln, aber wir sind dann schön an der Küste von Samos entlang geschippert mit Ziel Limnionas. Eine kleine Bucht die laut Beschreibung einen guten Ankergrund bietet und eine kleine Taverne. Losfahren und sich alles gelernte über die Navigation auf See wieder in Erinnerung holen. Wie man auf der Karte ausmisst, welche Kurs man fährt, wo Gefahrenstellen auf der Route sind und wie die Ankerbucht aussieht. Begleitet von strahlendem Sonnenschein war es eine ruhige Fahrt von ca. 3 Stunden bis wir die Bucht sehen konnten.  Sand als Ankergrund und gute 5 Meter Wassertiefe könnte man fast als Ideal bezeichnen. Die Bucht super idyllisch gelegen, frei von Tourismus und Lärm.  Kaum den Anker gesetzt sind wir mit dem Dingi an Land und sind erstmal eine Runde mit dem Hund über die Insel gegangen. Kleine Straßen, mit wenigen Häusern, alle mit wunderschönen Gärten und reichlich Grundstück kamen meiner Vorstellung von Altersruhesitz ziemlich nahe. Eine kleine Villa etwas oberhalb von der Küste die zum Verkauf steht hat diese Vorstellung noch beflügelt. Die kleine Taverne in der grade das Osterfest im Rahmen der Familie gefeiert wurde war sehr einladend und die Preise waren super günstig. Zuchiniklöschen, gebackene Auberginen und ein Glas traditioneller Rezina haben den Abend abgerundet. Wieder an Bord haben starke Fallböhen eingesetzt, die uns gezwungen haben das Schiff nochmals neu zu verankern. Aber danach kehrte seelige Ruhe ein und ich habe traumhaft geschlafen. Diese Bucht kann ich jedem Segler empfehlen.

Boarding

Die letzten Tage waren zwischen Arbeit am Rechner mit den Restarbeiten am Schiff gefüllt. Das Antifouling ist drauf, das Deck ist aufgeräumt und der große Moment in dem das Schiff ins Wasser kommt steht bevor. Es wird auch Zeit denn der Staub und die allmorgentliche Flex der Hafenarbeiter bringt zwar Routine in den Morgen, aber auch eine auf Dauer schwer zu ertragende Geräuschkulisse. Ich mag den Morgen, da ist in der Werft noch alles ruhig und sobald es hier losgeht, bin ich die letzten Tage immer ins nahe gelegene Cafe gegangen um dort am Vormittag arbeiten zu können. Parallel ist hier grade noch das griechische Osterfest, dass mit unserem Weihnachten gleich zu setzen ist. Der Christlich-Orthodoxe Glaube ist angefüllt von vielen Kirchen, vielen Heiligen und pompösen Zeremonien. Während ein Schrein durchs Dorf getragen wird, werden Feuerwerkskörper geworfen und viel Lärm gemacht. Am nächsten Tag wird abends ein Fest mit der Gemeinde gefeiert, auf das zwei weitere Tage folgen in denen in der Familie gekocht und gegessen wird. Eine recht schöne Tradition wie ich finde.

Die Great Escape mit 18,90 m Länge, 5,50 m Breite, 2,90 m Tiefgang, 300 qm Segelfläche und sagenhaften 40t Gewicht soll also ins Wasser. Mit dem frischen Antifouling wirkt sie auch an Land schon sehr beeindruckend. Der Rumpf aus Stahl als sog. Rundspanter Langkiel ein Schiff wie es heute nicht mehr gebaut werden würde, wurde im Jahr 1976 in den Niederlanden gefertigt. Historische Besucher wie Ihre Königliche Majestät Prinzessin Alexandra von Kent fanden hier schon Ihren Platz und nun werde ich ein paar Wochen an Bord von ihr mitreisen.

Das Schiff wird geslippt. Ich hoffe das die Eindrücke auf den Fotos und Videos gut rüber kommen, denn es ist echt ein krassen Schauspiel was in den Minuten hier in der Werft passiert. Auf der einen Seite hat man die Seemannschaft die in Eile die letzten Arbeiten am Boot erledigt und auf der anderen Seite die Werftmitarbeiter die das Boot auf den Slippwagen befördern. Eine absolute Millimeterarbeit! Es ist mir rätselhaft wie die Jungs hier das hinbekommen und das Teamwork das während der Arbeit zu beobachten ist, zeugt von Erfahrung, Routine und Verlässlichkeit. Insgesamt ist die Werft wo wir die letzten Tage hier verbracht haben von meinem leihenhaften Standpunkt aus ziemlich super. Die Mitarbeiter sind durch die Bank weg super freundlich und hilfsbereit. Eine Hand wäscht die andere, wie man so schön sagt und das Flair ist irgendwie familiär. Ari, der hier der Hafenmeister ist, ist zwar Grieche, aber spricht fließend deutsch mit Schwäbischem Akzent wohl bemerkt. Leider habe ich versäumt zu Fragen wie lange er den Job schon macht, aber für alle Fragen oder Probleme hat er eine Lösung. Auch wenn ich selber kein Schiffseigner bin so denke ich kann ich mit absolut ruhigem gewissen behaupten, wer eine Werft auf Samos sucht, der ist bei Ari in Kallovasi bestens aufgehoben.

Und dann ist es soweit. Das Schiff setzt sich in Bewegung. Da die Great Escape ja aus Stahl ist, also mit reichlich Gewicht und sehr viel Tiefgang daher kommt ist das ganze Prozedere ein Highlight für alle Menschen die in den letzten Tagen in der Werft sind. Das schaut man sich an und Fachgespräche werden geführt. Kapitän Carsten hatte mir erzählt das das herausholen des Schiffs schon nicht einfach war, also stand uns ein spannender Moment bevor.  Das quietschen und ächzen des Slippwagens und die Enge der Parklücke in der das Schiff steht machen mir persönlich ja etwas Angst. Unvorstellbar was passieren würde wenn etwas schief geht. Erstmal in Bewegung sieht alles auf einmal ganz leicht aus.

Nach einer Rangieraktion gehts dann rückwärts ins Wasser. Anders als bei den anderen Booten bei denen ich das in den letzten Tagen beobachten konnte, muss Ari hier mit dem Bulldozer sehr weit ins Wasser fahren. Die Maschine heult auf und der Motor des Schiffes dreht hoch im Rückwärtsgang. Die umstehenden Menschen applaudieren nach dem die Aktion geglückt ist und ich eile zum Pier um dort die Leinen des Schiffs entgegen zu nehmen.

Die Aufregung legt sich und an Deck werden die Leinen sortiert, die letzten Dinge an Deck festgebunden und unter Deck alles seefest gemacht. Die Seekarte kommt auf den Tisch und dort werden sehenswerte Plätze markiert, Ankergründe besprochen und schwierige Passagen erörtert. Alle sind froh das das Schiff im Wasser ist und man dem Staub der Werft nun entfliehen kann. Eine sanfte Ruhe kehrt ein und die Anstrengungen der letzten Tage segnen uns alle mit einem tiefen und festen Schlaf.

 

 

Samos City

Da heute immer noch sehr viel Wind war, konnte die Arbeit an der Rollgenua nicht fortgesetzt werden. Da das Schiff aber im großen und ganzen fast fertig ist um ins Wasser zu gehen, war für heute Einkaufen angesagt. Am Vormittag war ich also in Kallovasi und habe dort ein paar Utensilien eingekauft. Die kleinen Gässchen und Geschäfte erinnern an alte Zeiten. Die Menschen sind einfach nur herzerwärmend. Mir ist hier noch nie Unfreundlichkeit begegnet, noch wurde mir das Gefühl vermittelt ein Fremder zu sein. Ganz im Gegenteil wird man überall sehr sehr herzlich begrüßt und wird sofort in die Gesellschaft integriert. Mein vollbeladenes Rad kann ich ohne Probleme draußen stehen lassen und es besteht absolut kein Risiko das irgendwas geklaut wird. Das ganze Gegenteil ist der Fall. Ich hab eher das Gefühl das gerade weil klar ist das ich hier nur zu Gast bin besonders acht auf meine Sachen gegeben wird. Einfach nur toll!

Am Nachmittag sind wir nach Samos City gefahren. Dort gibt es einen Lidl und wenn man mit so einem Schiff durch die Gegend fahren will muss man Einkäufe tätigen die ein Ausmaß annehmen als stünde das Ende der Welt kurz bevor 🙂

Die Fahrt nach Samos City betrug ca. 30km in denen man tolle Eindrücke von der Insel einfangen konnte.

Auf dem Rückweg hatten wir beschlossen noch einen Abstecher ins Landesinnere zu machen. Ein Waldweg der an einem Fluss entlang ging sollte das Ziel sein. Der Kontrast der Landschaft ist kaum zu beschreiben. Als wir das Auto geparkt hatten und ausgestiegen sind, ist mir sofort der Geruch von frischer Kamille in die Nase gestiegen. Kamille, Klee und der Geruch von Wald in einer Intensität wie man es bei uns nicht mehr vorfinden kann. Vogelgezwitscher, den Flusslauf  und Wind ist neben gelegentlich passierenden Autos das einzige was man hört. Der Wechsel von der Küstenansicht in die Vegetation des Waldes erinnert an einen Urwald. Wenn man auf die Berge blickt sieht man eine ausgewogenen Mischung von Bäumen. Die Natur sieht gesund aus. Eine bessere Beschreibung fällt mir nicht ein. Der Waldweg ist eigentlich auch eine Straße zu einigen Häusern. Der Einfallsreichtum der Bewohner im Umgang mit dem zu überwindenden Wasser reicht von Brücken aus Schilf zu kleinen Bauwerken die die Überquerung zu Fuß möglich machen. Im Wald findet man Bienenstöcke und hier und da sieht man ein Schild auf dem „Honey ->“ steht. Der Geruch der Waldblumen- und Gewächse lässt erahnen wie gut der Honig schmecken muss.

Auf dem Rückweg aus dem Wald haben wir dann noch einen der Imker mit Familie getroffen und konnten 1kg Honig und 50g Gelee Royal für 40€ kaufen. Oben drauf gab es noch ein Töpfchen mit Bienenwachscreme zum probieren. Die Familie hatte am Fuß des Wegs auf uns gewartet. Die Herzlichkeit der Menschen hier macht mich immer wieder sprachlos.

Da es schon spät geworden war, hatten wir beschlossen das wir bei einem kleinen Restaurant auf dem Weg zum Hafen anhalten und dort ein Pita auf die Hand mit nehmen. Porte­mon­naie vergessen!! Kein Problem sagt uns der Mann im Restaurant, dann kommt Ihr eben morgen und bezahlt. Ohne Worte!! und dazu noch Sonnenuntergang 🙂

Ich glaube nur das Rauschen des Meeres ist schöner 🙂